Bloggerhausen Nr 7 ::: Special Edition „Vereinbarkeit“

Das Thema Vereinbarkeit von Kind und Karriere oder realistischer gesagt, von Familie und Beruf ist ein Dauerbrenner unter den Elternblogs. Verständlich, ist es eines der Haus- und Hofthemen.

Damit tauchen die Elternblogs übrigens tief ein in die Sphäre des Politischen und zeigen, wie politische Regeln und Gesetze gelebt werden. Dies nur für diejenigen, die jemals an der Relevanz von Elternblogs oder der Aussage „Das Private ist Politisch“ gezweifelt haben. Das aber nur am Rande.

Nachdem ich meinen aktuellen Vereinbarkeits-Status verbloggte, schien mir Bloggerhausen voller aktueller und alter aber immer noch aktueller Vereinbarkeitstexte zu sein. Einige Blogartikel haben mich im Hinterkopf über Wochen und Monate begleitet, andere Texte haben sogar direkt auf meinen Text Bezug genommen, wofür ich mich hier sehr bedanke und wieder andere erzählen eben aus der Sicht der oder des Blogger*in*s, von ihren Wünschen und Problemen sowie von politischen Forderungen und Ideen.

Das Internet ist groß und meine Linkliste hier kann niemals umfassend sein. Sollte ich aber doch – und das ist vermutlich so – einen wichtigen Text zum Thema übersehen  haben, hängt ihn mir bitte hinten in die Kommentare. Dankeschön.

 

Thema Vereinbarkeit – was ist das eigentlich?

Diese Frage hatte Silke Plagge mal ihrer Twitter-Timeline gestellt und innerhalb der möglichen 140 Zeichen spannende Antworten erhalten. Eine ähnliche Umfrage zum Thema habe ich auch mal gemacht.

Dazu möchte ich zur Einstimmung den Text „Max Mustermann wundert sich“ von Draußen nur Kännchen voranstellen. Ein Text, der erklärt, warum es für Männer – also Frauen – grundsätzlich schwieriger ist, Karriere zu machen und 2. warum (vermutlich) für Väter – äh Mütter, lest halt den Text – nochmal obendrauf.

Die Vereinbarkeitslüge – oder doch nicht?

Medien wie die Frankfurter Rundschau haben sie beschrieben: Die Vereinbarkeitslüge.  Ist wirklich alles zum Scheitern verurteilt? Dieser Frage, ob Vereinbarkeitslüge oder doch irgendwie möglich – oder aber – es muss möglich gemacht werden, widmen sich viele Bloggertexte.

Lisa von Stadt Land Mama beschreibt den Übergang der Routinen, wenn ein neuer Job oder eine Phase von höherer Betriebssamkeit mit der Familie und/oder dem weiteren Leben wie Bloggen oder Freizeit dazwischen kommt.

Jessika beschreibt, wie es ist als Vollzeit arbeitende Mütter ihre Ansprüche und Familiensehnsucht unter einen Hut zu bekommen und dass es halt irgendwie klappen muß.

Für Feiersun ist (zumindest war es zu dem Zeitpunkt so) das Home Office und die innere Einstellung die Lösung für Vereinbarkeit.

Manchmal ist das alles ganz schön schwierig mit der Vereinbarkeit, geben die Grosseköpfe zu.

Frau Brüllen hingegen ist genervt und der vielen Unkenrufe, Vereinbarkeit würde nicht funktionieren und alles sei so schwierig, sehr müde. Sie meint, dann muß es eben möglich gemacht und für die Forderungen eingestanden werden.

Bea von Tollabea erzählt, wie sie Vereinbarkeit im Rückblick als Alleinerziehende geschafft hat: nämlich vereint, in einem Netzwerk von Betreuungslösungen. Da ist es wieder das Dorf, das benötigt wird, um ein Kind groß zu ziehen.

Eine Polemik hat „Einer schreit immer“ verfasst über die Vereinbarkeitslüge und dass eben nicht alles auf einmal geht.

Lady Sparfuxx erzählt, warum Frauen aus der Kurve fliegen – und wie sie es geschafft hat, heute doch wieder zufrieden mit ihrem Job und ihrer Familie zu sein.

MrsCgn plädiert für mehr Langmut und Zeit, denn alles auf einmal ginge eben nicht.

Vereinbarkeit ein Nischenthema? Mitnichten, sagt Meworkingmum, schließlich sind 2 von 3 Müttern in Deutschland berufstätig!

Manchmal verändert sich das Vereinbarkeitsmodell auch, wie Mama Mia erzählt. Ihre Lösung ist übrigens ein AuPair als zusätzliche Betreuungslösung.

Vereinbarkeit bei Ein-Eltern-Familien

Es muß ja, aber es geht nicht wirklich könnte die Quintessenz sein.

Manchmal trifft die Bloggerin eine regelrechte Verzweiflung und Erschöpfung, allen voran, verständlicherweise, die Ein-Eltern-Familien. Mama arbeitet hat in einem offenen Brief an Frau Merkel beschrieben, warum sie das (manchmal) nicht schafft.

Auch die alleinerziehende Murmelmama von chaoshoch2 beschreibt, wie sie alles schafft und am Ende doch nicht allen gerecht werden kann.

Vereinbarkeit in der Realität – Erfahrungsberichte

Natürlich waren das bisher auch schon persönliche Erfahrungsberichte, es sind eben Blogtexte. Hier kommen aber die Schilderungen mitten aus dem Leben, die Überlegungen freilegen, wie es um die Betreuungssituation steht, die immerwährende Vollzeit-Teilzeit-Frage oder wie der Mutter der Wiedereinstieg in den Job nach der Elternzeit gelungen ist.

Heikeland erzählt darüber, wie es ist als Lehrerin mit drei kleinen Kindern wieder arbeiten zu wollen.

Ein Text, der mir sehr nahesteht, ist die Schilderung von glücklich-scheitern über ihre 50:50 Lösung und warum es nicht so ganz gelungen ist, obwohl beide Elternteile das eigentlich so beabsichtigten.

Mamaskind erzählt, wie es funktioniert, wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten und wie das bei Ihr zu Hause so läuft.

Rougerepertoire über die neue Routine und Betreuungssituation nach der Elternzeit und auch Mamagogik berichtet davon.

Kamikazefliege hat eine ganze Serie dem Thema „Arbeiten mit Kind“ gewidmet.

Sonea Sonnenschein hat in einem Gastbeitrag bei family unplugged erzählt, wie Vereinbarkeit bei einem Kind mit Behinderung so funktioniert – oder auch nicht.

Das Improvisationstheater der Vereinbarkeit in meiner Familie fand ich vor rund 2 Jahren noch viel harmloser als heute.

Altersarmut bei Müttern – muß das sein?

Ein wichtiger Beitrag stammt von Frau Mutter, die Finanzexpertin Helma Sick über Renter und Altersvorsorge interviewt hat.

Zum Thema Altersarmut sagt die Zeit: Die Frauen werden fürs Erziehen bestraft.

Auch Mutter & Mensch hat zum Thema Altersarmut gebloggt und Mama arbeitet ebenso.

Vereinbarkeit – ein Frauenthema? Wo bleiben die Väter?

Jochen König schreibt, warum er Väter zu mehr Eigeninitiative auffordert und „maternal gatekeeping“ für eine Ausrede hält.

Das nuf hat in der Ubahn über die „Superväter“ nachgedacht und darüber dass so oft behauptet wird, den Müttern würde Vereinbarkeit leichter fallen (oder leichter gemacht) als Vätern.

Vereinbarkeit – was wir uns wirklich wünschen

Malte Welding wünscht sich Fruchtbarkeit der Eltern und ihre Beschwerden. Er plädiert für das laut werden und Mama arbeitet hat es rezensiert.

Glücklich scheitern hat da eine Idee: den Väterschutz. Ich finde das gut!

Manchmal wird deutlich, was der Vereinbarkeit fehlt, wenn man mal auf den Rest von Familienleben und den dazu gehörigen traditionellen Geschlechterrollen schaut. Beispielsweise ist der Muttertag in diesem Jahr dazu ganz gut geeignet gewesen. In „Muttertagswunsch“ haben einige Bloggerinnen ihre Wünsche und Forderungen für mehr Gerechtigkeit und Vereinbarkeit, besonders für Alleinerziehende deutlich gemacht.

Ganz zum Schluss gebe ich doch tatsächlich der FAZ das Wort. „Vier Tage Arbeit reichen für die Karriere aus“. Das müsste jetzt nur noch Anerkennung finden im Wirtschafts- und Gesellschaftsleben, dann wäre vielen geholfen.

Und weil es so schön ist und Twitter so gute Antworten geben kann, habe ich aktuell auch meine Timeline gefragt, was sie für die Vereinbarkeit braucht. Bitte klickt den Tweet an, damit ihr all die Nachrichten sehen könnt, die nach der Veröffentlichung dieses Posts hier noch reingekommen sind.

 

… und es geht noch weiter. Klickt oben meinen Tweet an, um alle weiteren Antworten lesen zu können.

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10 Kommentare

  1. Es gibt nicht das eine, richtige Modell. Und: es ist in der Praxis nie einfach. Krankheitstage, die auf wichtige Termine treffen, und schon wird alles umgeworfen. Unser Modell funktioniert für uns gut: wir sind beide kürzer getreten, teilen uns die Betreuung. Habe schon mal drüber geschrieben: http://rosaswelt.info/2015/04/22/mutter-motiviert-erfahren-ueber-vereinbarkeit-und-besondere-qualitaeten/
    Aber dazu gehören eben Mann und Frau und im Idealfall noch Arbeitgeber.
    LG Rosa

  2. Ich finde das Thema wichtig, allerdings fehlt mir bei den meisten ein Aspekt: die Akzeptanz des Kindes/der Kinder mit dem von den Eltern „gewählten“ oder „zurechtgeflickten“ Modell. Es liest sich bei vielen so, dass sie ihre Kinder „managen“ oder „wuppen“ oder irgendwo an einem „guten Ort“ abgeben wie Wertsachen in den Tresor der Sparkasse. Kinder machen nicht was man ihnen sagt, und wenn schon, dann nicht gerne. Was macht man denn, wenn zwar die Kita bis 16 h offen hat, das Kind aber ab 15 h mit der Erzieherin allein ist (und die letzten 20 min angezogen an der Tür wartet…), davon tierisch genervt ist und sich beschwert, warum es denn das einzige ist, wo wederjemand daheim noch Großeltern am Ort sind , wie bei allen anderen? Wenn es todunglücklich ist, als Grundschulkind 3 der 6 Sommerferienwochen allein unter Kindergartenkindern zu verbringen, weil das nunmal die Vorstellung der Gemeinde von einer Ferienbetreuung ist? und alle anderen Omas, Opas, Onkel, Tante… haben?

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