Berufstätige Mütter

Unser Vereinbarkeitsmodell ist ausgereizt

Comments (55)
  1. lili sagt:

    Ich kann das soooo gut nachvollziehen. Zwar andere Situation aber Unzufriedenheit aehnlich. Ich habe so oft den Satz gesagt: So habe ich mir das alles nicht vorgestellt. !!! In die Falle getappt. Ich studiere und arbeite mit 10 Stunden die Woche. Mein Partner hat immer wieder 3 Monatsvertraege an der Uni und versucht dabei zu promovieren. Ich bin eigentlich Erzieherin, arbeite im Heimbereich ( Schichtdienst, Wochenende, Feiertage..) also fast unmöglich mehr als 20 Stunden mi Familie zu schaffen. Ich habe deswegen angefangen Lehramt zu studieren in der Hoffnung mit dem Geld meine Familie ernähren zu können, denn als Erzieherin könnte ich das definitiv Nicht!!!! Mann nie vor 18 Uhr und oft im Ausland!! Zuhause, alles mein Part, Termine Kinder, Uni, i Arbeit….Es nervt mich!! Hausarbeit bleibt immer liegen…ich renne von A nach B usw. Die Zeit, ab 20.30 ist dann Unizeit …dann gehe ich wieder so spät ins Bett und am nächsten Tag, soooo müde. Was mich am meisten stresst ist, dass ich für alle Termine verantwortlich bin und teilweise nicht mehr weiß wo mir der Kopf steht. Hinzu kommen Wochenenddienste in der Arbeit und dann wieder weniger Zeit für die Familie!! Alle sagen selber schuld, hättest dir das mit der Uni nicht angetan. Fakt ist, nur Uni ohne Arbeit ist schon irgendwie zu schaffen, aber ohne meine Arbeit würde es noch knapper werden mit Geld. Außerdem habe ich einen unbefristeten Vertrag seit Jahren in meiner Arbeit, den gibt man nicht so leicht auf. Leider ist die Heimarbeit bzw. die Arbeitszeiten weniger familienfreundlich aber toll. Naja, lange Rede usw. Fakt ist wir wursteln uns so durch. Zufrieden sind wir momentan nicht wirklich, eher ausgepowert, beide!!

    1. Mama Notes sagt:

      Das kann ich auch gut nachvollziehen, dass Ihr ausgepowert seid. <3

  2. Mutterseele sagt:

    Herrje, das kenne ich leider nur zu gut, das Ende ist bekannt und ich wünsche Euch sehr, dass Ihr das besser hinbekommt. Veränderung kommt mit steigendem Leidensdruck, Deiner scheint ausreichend vorhanden, aber der Mann? Ist der glücklich damit, faktisch eine Zeit mit Dir und den Kindern zu verbringen? Ist der glücklich mit einer unglücklichen Frau? Ist der glücklich damit, sich halbtot zu arbeiten? Dieser Herbst, der kam bei uns auch, jahrelang. Nicht. Irgendwann hatte ich begriffen, dass es gar keine Phase ist, sondern Status, das war der Punkt, als ich gegangen bin. Und auf einmal war da Zeit beim Mann. Der war auch selbständig und konnte vorher nie, nicht, gar nichts und auf keinen Fall was ändern, weil der Druck, die Kunden, das Projekt die Partner immer JETZT ganz besonders wichtig waren. Jetzt, 6 Jahre lang.Als ich weg war, da hatte er den Leidensdruck und wollte mich und Kinder zurück, und da war auf einmal Zeit. Plötzlich gings. Denn es geht immer, wenn man es wirklich will. Setzt Euch zusammen, nochmal und nochmal, setzt Prioritäten, konzentriert Euch auf das, was WIRKLICH Euer Herzblut ist, verliert den Draht zueinander nicht. Liebe Grüße!

    1. Mama Notes sagt:

      Danke Dir. Shit aber auch. <3

    2. SelbständigmitSohnemann sagt:

      Jep, so ähnlich ging es mir. Wobei mein künftiger Exmann noch nichts gemerkt hat.
      Nun habe ich dank der 14-tägigen Papa-Wochenenden meines Kindes 4 freie Abende. Im Monat!
      Das ist ein Luxus, der mir in meiner (Wochenend-)Ehe mit der „Alleinherrschaft“ über Familie und Haushalt nebst einem 60Std.-Erwerbsjob nie vergönnt war.
      Das Schöne ist: Als Getrenntlebende weiß ich, dass ich für alles selbst verantwortlich bin und komme damit zurecht. Mal besser, mal mit mehr Mühe und Kraft. Früher dachte ich, wir wären zu zweit verantwortlich und war ständig gefrustet, weil es eine Zumutung schien, dass ein Projektmanager und Unternehmensberater an Banales wie Kinderarzttermine, Reifenwechsel für die Familienkutsche oder auch nur Milch denken könnte.
      Und als ebenfalls Selbständige nutze ich nun vermehrt die kinderfreien Sams- und Sonntage zwischen 7 und 16 Uhr zum Arbeiten, bevor ich mich nur um mich und meine Wohlergehen kümmere.
      Vermutlich gibt es kein Ideal, das man erreichen kann. Hätte man den gestern als Ideal definierten Zustand erreicht, würden – schwups! – neue Wünsche und Bedürfnisse auftauchen, die ein neues Ideal bildeten.

  3. Si Ri sagt:

    Huhu,
    oh man, das ist ne verzwickte Situation…
    Das mit den Terminen, Geschenken und alles mögliche Gedöns im Kopf haben u den Eindruck zu haben, es nicht zu schaffen, das alles zu denken und zu managen, kenne ich auch. Das sieht „Mann“ (bei uns) oft gar nicht, was das für ne Leistung ist.
    Ich bin Lehrerin, habe das Glück, dass es mit der Kinderbetreuung einigermaßen passt. Aber viel ist es trotzdem, vor der Schule Kinder weg bringen oder Tagesmutter bestellen, nach der Schule schnell los rennen, Kinder abholen – ohne Pause zum Durchatmen… Das ist gerade meine Baustelle – mir da auch mal Räume zum Durchatmen schaffen…
    Schicke dir viel Kraft! Bis Herbst wäre überschaubar. Aber die Gefahr ist natürlich, dass dann wieder was ist u es so weiter geht und „Herbst“ immer weiter raus geschoben wird… Deshalb: behalte das im Auge, dann ist hoffentlich Besserung in Sicht…
    Lg Si Ri

    1. Mama Notes sagt:

      Danke dir. Räume zum durchatmen sind ganz richtig, ich gebe mir das mittlerweile bewusst. Ja, genau das befürchte ich natürlich auch, eigentlich rechne ich schon damit. Aber erst mal abwarten und weiter atmen ;)

  4. Bettina sagt:

    Liebe Sonja,
    ich kann das alles sehr gut nachvollziehen. Mein Mann ist selbstständig, ich bin bei ihm angestellt – das heißt im Grunde bin ich genauso selbstständig, weil sich ja doch alles um diese Kanzlei dreht. Wir müssen also zusätzlich zu unserer Ehe auch noch die berufliche Beziehung (er im Büro, ich im Home-Office) auf die Reihe bekommen… Das klappt mal besser, mal schlechter.
    Unsere beiden ersten Stellschrauben waren tatsächlich eine Haushaltshilfe, die 2x pro Woche kommt sowie das Auslagern der Hemden in die Reinigung. Das hilft!
    Die wirkliche Entlastung kam aber tatsächlich erst, als die Kinder größer wurden! Zwei Kinder im Vorschulalter wie Ihr sie habt, erfordern einfach Zeit und Raum und Nerven und Kraft. Das ist schön, aber es ist auch anstrengend. Und ich habe irgendwann festgestellt, dass das Anstrengendste für mich die Tatsache ist, DASS ICH STÄNDIG GEBRAUCHT WERDE. Und das lässt schrittweise nach. Ich werde heute immer noch gebraucht (Sohn1 15 1/2, Sohn2 7), aber es ist nicht mehr so extrem. Ich hatte schrittweise mehr Raum für mich. Dieser Raum wird zwar überwiegend mit Arbeit gefüllt, aber auch mit Ehrenamt und anderen Sachen, die mir Spaß machen.
    Ich kann Dir also vor allem raten: Halte durch, es wird einfacher!
    Alles Gute!

    1. Katrin sagt:

      Das tut gut zu hören, dass es wirklich mit zunehmendem Alter der Kinder besser wird. Denn dass sich die Arbeitszeiten meines Mannes ändern werden, ist nicht zu erwarten. Derzeit stresst mich auch v.a. diese Verantwortung für die ganzen Termine neben Arbeit und Haushalt – also das, was Sonja so gut beschreibt, und eben das, was Du hier erwähnst: Das ständige Gebraucht-Werden. Die häufigen „MAMAAA!“-Rufe, das Fehlen von Ruhepausen zu Hause, die stetige innnere Unruhe und Alarmbereitschaft.

      1. Finchen sagt:

        Du sprichst mir aus der Seele! Es ist nicht die körperliche Belastung, die einen irgendwann durchdrehen lässt, sondern das, was sich non-stop im Kopf abspielt. An alles denken zu müssen, weil es kein anderer tut. In dem Chaos leben zu müssen und es daher auch selber beseitigen zu müssen, obwohl man es nicht selbst verursacht hat. Ich hoffe es wird einfacher, wenn die Kinder älter werden.

  5. Nadine sagt:

    Hmmm, gibt es den Partner in der Firma des Mannes noch? Wenn der vielleicht auch nicht geeignet ist, die Firma über Monate zu leiten, dann aber vielleicht für wenigstens einen Nachmittag in der Woche oder halt regelmäßig die frühen Termine übernimmt?
    Ganz ehrlich sehe ich da bissel deinen Mann in der Verantwortung, an der Situation was zu ändern. Und das muss dann einfach den Kunden dementsprechend kommuniziert werden.
    Wir sind z.B. beide Entwicklungsingenieure, er Vollzeit, ich 30h. Er bringt die Kids früh zu 99% in die Kita und es gibt einen festen Papa-Nachmittag, wo er die Kids abholt und ich länger im Büro bleiben kann. Das ist in seiner Firma jetzt auch nicht unbedingt üblich, wird aber aktzeptiert. Auch, dass er eher wenig Überstunden macht und meist so gegen 17 Uhr geht.
    Ich z.B. habe eine Geschäftspartnerin, die in ihrer Email-Signatur stehen hat, dass sie nur Mo-Do arbeitet. Finde ich auch völlig i.O.

    Ich denke, wenn man es gut kommuniziert (vielleicht mit einem Hinweis auf eine ausgewogene Work-Life-Balance), dann sollte das auch für deinen Mann zu schaffen sein. Man muss sich vielleicht sowas auch mal trauen und nicht immer nur denken, dass dann alles gleich den Bach runter geht :o)

    Ich drück euch die Daumen!

  6. True sagt:

    Hallo,
    Höllenthema…. man kann auch schlecht etwas dazu sagen, weil man aus dem Gelesenen nur erahnen kann, wie die Situation und die Gefühle tatsächlich aussehen… stehst Du voll und ganz hinter der Arbeitsbelastung des Mannes? Glaubst Du tatsächlich, es geht im Moment nicht anders oder fühlst Du Dich im Stich gelassen? Wie realistisch kann er seine Arbeitszeit reduzieren/ anders organisieren ohne das es zu Lasten des Einkommens geht?
    Bist Du – vom finanziellen Teil abgesehen- mit Deiner Arbeit zufrieden? Oder gibt es da noch anderen Frust, der dann alles andere noch viel schwieriger aussehen lässt?

    Mein Mann ist selbstständig, ich im im Home-Office bei ihm angestellt, mit geringer Stundenzahl. Im Prinzip also völlig abhängig. Vor den Kindern hatte ich durchaus eine Karriere, diese könnte ich nun, nach 12 Jahren, wohl kaum mehr fortführen… bin zum Schluss aber mit Beinahe-Burn-Out liebend gerne in die Elternzeit gegangen und habe dann auch sehr gerne ganz dort aufgehört (zumal eine Teilzeit-Beschäftigung gleichzeitig eine heftige Degradierung und Rückstufung in der Gehaltsklasse mit sich gebracht hätte – aber anderes furchtbares Thema).

    Die Selbständigkeit meines Mannes, bestehend seit wenigen Jahren, führte zu immer steigender Arbeitsbelastung, am Ende hatten wir 5 Tage in der Woche, in denen er kaum mal vor 21 Uhr oder später zu Hause war und der Sonntag wurde zum selbstverständlichen Arbeitstag.

    Seine Laune ensetzlich, ich habe ihn kurz vor dem Zusammenbruch gesehen (und damit auch recht gehabt). Ich war immer loyal, wollte ihn bei all der Belastung nicht noch nerven und unter Druck setzen (wobei das nicht immer geklappt hat ;-) )

    Vor ein paar Monaten stellte sich nun raus: er hat nicht nur gearbeitet. Schon sehr viel, aber er hat auch stundenlang nur in Panik und Versagensängsten nichts geleistet. Hatte eine Affäre. Von der er sich immer wieder für Monate losgesagt hat, weil ihn dieses Betrügen noch mehr in die Verzweiflung getrieben hat, er andererseits die Zeit dort schauspielern konnte und der eloquente, weltgewandte Alleskönner war.

    Das Ende vom Lied: Ich habe es erfahren. Drama ;-) Aber das ist gar nicht das was ich erzählen will. Durch den Schock – für beide- steht er nun zu seinen Problemen, macht eine Therapie, weil er manchmal wegen seiner Panikattacken Stunden braucht um den Tag überhaupt beginnen zu können und – und das ist die wichtige Information für Dich hinter dem Ganzen – er macht zu menschlicher Zeit Feierabend, arbeitet an keinem Wochenende mehr und ist in der Lage, in unserem Alltag wieder präsent zu sein. Obwohl sein psychischer Zustand noch sehr schlecht ist. Sich rauszuziehen aus der Familie und das mit Arbeitsbelastung zu begründen kann natürlich der Realität entsprechen, es kann aber auch Bequemlichkeit sein – solange dies akzeptiert wird, muss man nicht raus aus seiner Wohlfühlzone.
    Hätte ich nicht so lange – in bester Absicht zwar, aber nicht zielführend- zugeschaut wie der Moloch Arbeit ihn frisst, wäre uns wohl vieles erspart geblieben.

    Also bleibt im Dialog, ohne Schuldzuweisungen, aber sucht Lösungen.

  7. jongleurin sagt:

    Das klingt wirklich anstrengend bei euch, da wäre ich auch sauer. Meine These ist ja immer: auch oder gerade, wenn es bei einem Partner gerade beruflich schlechter läuft, muss ihm oder ihr bei kleinen Kindern der Rücken frei gehalten werden für Bewerbungen, Fortbildungen, Kontakte knüpfen etc, weil sich das sonst sehr schnell als Struktur verfestigt. Der Hauptverdiener wird immer derselbe sein und seine Arbeit immer die wichtigere und seine Termine die unverrückbaren.
    Das macht man nur individuell fast nie, weil die finanziellen Gründe kurz- und mittelfristig so bestechend logisch sind – es setzt der aus, der weniger verdient, und deshalb wird dieser Mensch IMMER weniger verdienen. Mehrere Jahre Verdienstausfall, auch wenn es nur teilweise ist, sind nicht aufzuholen. Es ist meist eine Mischung aus individuell und strukturell, würde ich sagen.

    In meinen Beziehung habe ich immer etwas mehr verdient, aber so richtig gut klappt die Vereinbarkeit auch erst mit der Trennung vom Vater meines Kindes. Er hat sie nun 50% der Zeit bei sich, in der ich ordentlich malochen (und freizeiten) kann und er nicht an mich delegieren kann, wenn irgendetwas ansteht. Seit ich mit meinem Freund zusammen lebe, ist es noch einfacher geworden, da er sehr engagiert im Familienalltag mitmacht.

    Meine „Empfehlung“ daher: drei Erwachsene, die sich um alles kümmern, dann klappt es mit der Vereinbarkeit. Habt ihr vielleicht die Möglichkeit, das Ganze per Babysitter oder Ähnlichem etwas zu entzerren? Eine andere Möglichkeit sind sehr konsequent getrennte Sphären – also z.B. dass du das Haus zu festen Zeiten verlässt, zumindest an einem Tag der Woche, an denen nicht zu rütteln ist und an dem dein Mann dann eben keine Termine machen kann. Dafür bräuchtest du einen außerhäusigen Arbeitsplatz.
    Aber vielleicht wird es im Herbst ja wirklich besser, ich drücke die Daumen!

  8. Dr. Mo sagt:

    Liebe Sonja, vielen Dank für diesen mutigen Text, der sehr viele wichtigen Aspekte anspricht. Ich glaube, die Probleme, die du da schilderst, sind weit verbreitet, nur traut sich keiner, darüber zu bloggen. Wer möchte schon zugeben, bei beruflichen Entscheidungen (oder gar bei der Partnerwahl) falsch entschieden zu haben.
    Dabei sind das strukturelle Probleme, die wir in unseren Beziehungen austragen. Eine Gesellschaft. die uns suggeriert, mit mehr Entschlossenheit/besserer Organisation/größerem Einsatz würden wir Karriere und Kinder vereinbaren können. Schon sind WIR das Problem, denn offensichtlich sind wir nicht entschlossen genug, diese Vereinbarkeit hinzukriegen. Die Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt, die Zementierung veralteter Rollenmodelle – das alles passiert uns, so scheint es, aus eigener Schuld und Unzulänglichkeit. Ein Privatproblem. Diese Mentalität der Alternativlosigkeit macht mich wütend. Wie oft habe ich das in den letzten Jahren gesehen: Ihr Leben vor der Geburt 100% in der Spur. Studium, Arbeit, herausragende Abschlüsse. – Die Zeit rennt. Irgendwann wollte man das mit den Kindern ja hinkriegen. Also: Schwangerschaft und ENDE. Während der Mann aufsteigt und Karriere macht, sitze die Frau – auch im 21. Jahrhundert – in der Falle. Alternativlos. Denn der Mann muss ja jetzt das Geld für alle verdienen und je länger die Frau zu Hause sitzt, desto weniger erinnert sie sich daran, dass sie mal Herausragendes geleistet hat. Dass es natürlich auch Frauen gibt, die »es schaffen«, ihren Job behalten und eine gleichberechtigte, partnerschaftliche Beziehung führen, ist für die Glücklichen wunderbar, und verfestigt für die anderen die Gewissheit, dass es ihre eigene Unzulänglichkeit ist, die sie in diese Falle geführt hat. (Allerdings frage ich mich, wieviele der Beziehungen, die nach Außen so wirken, im Inneren wirklich so partnerschaftlich funktionieren)
    Interessanterweise können auch zusätzliche Kita-Plätze dieses Problem nicht lösen. Nötig wäre ein Mentalitätswandel in der Gesellschaft und vor allem in der Unternehmenskultur. Aber die haben daran natürlich kein Interesse. Ist ja alles nur privates Unglück. Unzählige (gut ausgebildete) Frauen, die ihre Geisteskraft und ihr Potential nicht ausschöpfen können, im Homeoffice/auf Teilzeit-Stellen vor sich hinarbeiten, ihren Ehrgeiz austreten und versuchen damit zufrieden zu sein.
    Ein weites Feld.
    Liebe Grüße
    Dr. Mo

    1. Mama Notes sagt:

      Vielen Dank, das ist genau die Ebene der Diskussion, auf die ich mit meinen privaten Schilderungen hinaus wollte. Ja, es sind die gesellschaftlichen Strukturen, die Mentalität und eben auch unser individuelles Wissen. Denn in der Zeit mit dem ersten Kind, der großen Krise mit dem Beruf fühlen sie tradierte Strukturen ja erstmal viel sicherer an. Jetzt aber die Frage aller Fragen: Wie kommen wir da raus? Also, nicht nur der Mann und ich, sondern wir, als Gesellschaft? ;)

      1. Dr. Mo sagt:

        Das ist eine sehr gute Frage. Eine Antwort habe ich leider nicht, aber es scheint ja nicht unmöglich zu sein, denn angeblich funktioniert die schwedische Gesellschaft doch sehr familienfreundlich. Wie machen die das?
        (Oder ist Schweden vielleicht nur eine Illusion?Liegt das nicht direkt hinter Narnia? Gibt es Schweden überhaupt?)
        ;-)

      2. Nadine sagt:

        Wir, also die Gesellschaft, kommen da nur raus, indem einzelne anfangen, vorleben und es publik machen, sodass immer mehr nachziehen. Das wird dauern und wahrscheinlich (bzw. hoffentlich bis dann) erst in der Generation unserer Kinder so halbwegs angekommen sein, aber irgendwer muss den ersten Schritt tun. Und ja, es liegt bei uns selbst, an der jetztigen Situation was zu ändern – wer soll es denn sonst machen?
        Mal abgesehen davon, dass das ja auch immer so ein Vorleben-Dingens ist. Ich bin mir z.B. ziemlich sicher, dass der Grund, warum sich mein Mann auch so aktiv in der Familienarbeit einsetzt, darin liegt, dass er z.B. selbst von seinem Vater immer in die Kita gebracht wurde und seine Mutter ebenso immer Vollzeit gearbeitet (ebenso wie meine – wir sind beide Ostkinder).

    2. MrsCgn sagt:

      Liebe Dr. Mo, das knüpft an unsere gestrige Diskussion auf Twitter an. Große Zustimmung.
      Zwei Anmerkungen dazu:
      Du sagst: „Während der Mann aufsteigt und Karriere macht, sitze die Frau – auch im 21. Jahrhundert – in der Falle. Alternativlos.“ Ich sage: Diese Alternativlosigkeit stimmt in dieser Pauschalität nicht, selbstverständlich gibt es Alternativen. Dass diese nicht gelebt werden, hat viele Gründe – sehr wichtige (u.a. die Mentalität) führst Du selbst an.
      Du sagst: „Nötig wäre ein Mentalitätswandel in der Gesellschaft und vor allem in der Unternehmenskultur.“ Ich sage: Richtig. Nur, was machen wir, bis der einsetzt? Das ist ja eine generationenübergreifende Aufgabe, die unsere heutigen Probleme leider in keiner Weise löst.
      Ich habe keine One-fits-all-Lösung, wahrscheinlich gibt es die auch nicht. Darum bin ich auf der Suche nach ganz pragmatischen Teillösungen, die das Ganze erträglicher machen in dieser härtesten Zeiit, wenn die Kinder klein sind, denn dass es entspannter wird, erlebe ich mit älteren Kindern (knapp 13, 8) durchaus. Es beginnt mit einer großen Ehrlichkeit zu sich selbst, und die hat Sonja hier dokumentiert. Nächste partnerschaftliche Schritte könnten (1) sein: Ansprüche hinterfragen, Erwartungen reflektieren, Werte und Einstellungen diskutieren, Anforderungen an Umwelt definieren (hier kommen Kunden/Arbeitgeber ins Spiel) … usw. Die Reihenfolge ist willkürlich und kann anders gewählt werden. Wir haben das hier durch, und das funktioniert – nicht immer, aber immer öfter ;-)

  9. Maike sagt:

    Bei uns ist es haargenau das Gleiche. Alles ist in meinem Kopf, ständig hat der Mann zu ungünstigen Zeiten Termine und ich muss einspringen. Er arbeitet zudem viel am Wochenende (ist bei seinem Beruf so) und zu allem Überfluss verdiene ich noch mehr Geld als er (aber ja, das soll anders werden, es wird besser…. jedenfalls heißt es das seit drei Jahren!).
    Ja, das sorgt für Frust bei mir und so entfährt mir auch manchmal ein gemeines Wort, was ich hasse. ich will auch keine Nörgle-Frau sein, denn ja, ich bin ja sone lockere, moderne Frau…
    Aber es ist SOOO ungerecht, oder???

  10. Berenice sagt:

    Liebe Sonja,
    danke für diesen tollen Artikel ! Mich nervt meine Position auch oft, aber ich kenne es nicht anders. Mein Mann ist seit Jahren selbstständig. Er geht morgens um 6:30 Uhr aus dem Haus und kommt an guten Tagen um 17:30 Uhr heim… Abends muss er dann Angebote schreiben oder sonstigen Papierkram erledigen.. oder einfach auf die Couch. Ich manage alles zuhause (die Große wird 5, die Kleine 1). Und arbeiten gehe ich auch noch stundenweise… Ich bin froh, dass ich für diesen Fall dann die Omas an meiner Seite habe. Ich genieße einerseits die Elternzeit sehr, andererseits freue ich mich auch auf die Kita-Zeit unserer Kleinen. Für meinen Blog hätte ich auch gerne viiieeel mehr Zeit unter Tag, momentan mache ich viel früh morgens oder spät abends. Aber was wissen wir Mütter: alles nur eine Phase :-) Es kommen auch wieder andere Zeiten !
    Alles Liebe,
    Berenice

  11. Petra sagt:

    Meine Antwort auf Deine Frage: Ja, du bist in die klassische Teilzeit-Mutter-Falle getappt und findest nun keinen Weg heraus. Und möglicherweise hat auch Dein Mann Existenzängste, so dass er immer mehr und mehr arbeitet, da deine Beschäftigung nicht genug einbringt. Meine Empfehlungen, da ich damals auch mit Kindergartenkind (heute Teenager) selbständig war (und heute noch bin) a) Kinder in den Ganztagskindergarten, du nutzt diese Zeit, egal ob ab 9 oder ab 7 für Deinen Job. Nachmittags ab 16 Uhr Kinder abholen, dann ist Kinderzeit für den, der gerade da ist. Einkaufen und Kochen geht auch mit Kindern, lass sie mithelfen, auch wenn es länger dauert. Es ist gemeinsame Qualitätszeit. Fürs Putzen eine Putzhilfe, Waschmaschine und Trockner laufen zwischendurch mit. Du musst dich konsequent an deine Arbeitszeiten halten und diese nutzen. Sonst wird das nichts. Also kein Garten, kein Kaffeeklatsch mit der Freundin, keine Shoppingtour in dieser Zeit. – sondern arbeiten! Und Dir, wenn notwendig, auch Auswärtstermine legen. Selbstverständlich solltest du diese mit deinem Mann absprechen, aber glaub mir, wenn er live miterlebt, dass es dir mit deinem Job ernst ist UND Geld reinkommt, ist es für ihn leichter, dir auch Termine zuzustehen. Ich solltet mal ein WE nur für Euch haben – Kinder also zur Oma, Freundin, wem auch immer – und a) mal als Paar fühlen und b) Euch über die nächsten Jahre unterhalten. Er kann doch auch nicht glücklich sein mit dieser Situation. Machen und Reden sind die Zauberworte. Plane Deine Strategie, die auch für einen Mann nachvollziehbar ist, und stelle ihm deine Vorstellungen ruhig und sachlich vor. Ohne Vorhaltungen, ohne Gemecker – sachlich führt bei den Männern zu Ziel, emotional funktioniert das nicht. Wünsche Dir viel Glück und Durchhaltevermögen – denn dranbleiben ist bei Veränderungen ebenso wichtig. Ach ja, und was die privaten Termine angeht – jeder arbeitet doch heute mit Outlook oder sonstigen Systemen – fülle seinen Kalender mit einigen dieser Terminen und regelt so die Zuständigkeit.

  12. Ennie sagt:

    Liebe Sonja,

    mit Interesse habe ich Deine Ausführungen gelesen. Deinen Blog verfolge ich seit einigen Monaten und vieles von dem, was Du schilderst, kann ich gut verstehen. Aber schon häufiger dachte ich auch, dass Du ja einen in Großstädten unter Akademikerinnen nicht ganz untypischen Weg wählst – Geisteswissenschaftlern mit Agenturerfahrung und nun selbständigem, freiem Job, als Mutter das volle Programm mit Stillen, Biokost, Cafés, Spielplatznachmittagen und Blog. Ich habe Freundinnen, denen es sehr ähnlich geht und die ähnliche Probleme habe, wie Du sie gerade schilderst. Ich finde dann doch immer wieder, dass da auf hohem Niveau geklagt wird und dass eines vergessen wird – alles, wirklich alles, hat seinen Preis.

    Auch das Aussteigen aus einem ungeliebten Job und das Aufgehen in den ersten Jahren in der Nähe zu den Kindern eben. Auch die Entscheidung für die Selbständigkeit. Auch der sehr nachvollziehbare Wunsch oder Anspruch, gut in einer teuren Großstadt zu leben, qualitativ hochwertig zu essen, am kulturellen Leben teilzuhaben, zu reisen, an spannenden Veranstaltungen teilzunehmen, sich zu verwirklichen, den Kindern ein Großstadtbullerbü zu geben bei gleichzeitig langer Verweilzeit im Kindergarten, letztere finanziert von allen Steuerzahlern. Das ist sehr viel und jetzt soll das auch noch gehen mit reduzierter Stundenzahl des Vaters und alles noch mit guter Bezahlung im Rahmen eines ansonsten von Dir ja kritisch gesehenen kapitalistischen Systems. Puh! Das ist einfach nicht drin und das kann es auch nicht.

    Ich kann nur sagen: Ich bin nach jeweils einem Jahr Elternzeit mit Dreiviertelstelle wieder eingestiegen, stehe gemeinsam mit meinem Mann (60 Stunden mind. die Woche bei seiner Arbeit, die ihn und unser Konto erfüllt), jeden Morgen vor halb sechs auf (das ist in der Tat ein Erfolgsgeheimnis und gar nicht schlimm), unsere Kinder sind seit ihrem 2. Lebensjahr von 7.30 Uhr bis 15 Uhr in Betreuung, wir verbringen viel Zeit am Schreibtisch und im Büro, aber auch viel Zeit mit den Kindern, die sehr froh und selbständig sind.
    Wichtig: Ich habe nie auf Spielplätzen gesessen und viel Mutti-Talk gehabt und ich sitze maximal eine Stunde in der Woche mit einer Freundin oder allein beim Kaffee. Ich koche nur zweimal die Woche und einmal kommt die Putzfrau fürs Grobe. Der Reist ist …. .Arbeit, Alltagsorganisation, Zeit mit den Kindern. Viel Arbeit, aber mit viel Freude daran. Und ein gutes Einkommen und für mich die totale finanzielle Unabhängigkeit, die Möglichkeit zu schönen Reisen und jeglichem Angebot für die Kinder. Am Wochenende arbeitet mein Mann auch meist einen Tag, ich einen halben. Aber wir sind glücklich und das ist für die Kinder sehr gut und für uns. Mein Tipp: Häng dich rein in den Job! Alles hat seinen Preis.

    1. Eva sagt:

      Sehe ich genau so. Es klingt zwar sehr abgedroschen, aber gute Organisation des Haushalts und des Alltags hilft sehr viel. Frühes Aufstehen ist fies, hikft aber ungemein. Ein Großeinkauf pro Woche und dann muss man nur noch 1-2 mal kurz ins Geschäft hüpfen wegen frischen Dingen. ShopShop-App nutzen, dann kann auch der Mann mak was auf dem Arbeitsweg mitbringen, wenn er sieht, dass was auf der gemeinsamen Liste steht. Wäsche stetig abarbeiten und gar keine Berge aufkommen lassen. Putzfrau einmal die Woche. Klingt alles nach Kleinigkeiten, läppert sich aber zu einer großen Zeitersparnis zusammen. Mein Mann arbeitet ca. 50-55 Stunden die Woche, ich 25 Stunden. Klappt perfekt, solange keiner krank ist, klappt es bei uns ohne Stress.

      Ich verstehe dich, dass einem manchmal alles über den Kopf wächst und man unzufrieden ist. Aber dann muss man etwas an der Situation ändern. Morgens Kaffee trinken im Bett ist nett, würde ich auch gere, geht aber einfach nicht, weil wir sonst in Stress kommen.

      1. Elisa sagt:

        Also ich möchte nicht in einer Welt leben, wo Mütter/Väter/Eltern nicht auch mal ihren Kaffee im Bett trinken dürfen.
        Aus beiden Kommentaren spricht eine gewisse Härte gegen sich und gegen Andere, die ich so nicht gut finde.
        Wenn euch das so glücklich macht freut mich das für euch, aber akzeptiert bitte auch, dass nicht jede/r es so hamsterradig mag.

        1. Eva sagt:

          Liebe Elisa, das hat rein gar nichts mit Härte zu tun. Ich weiß, dass ich z.B. durch konsequentes Aufstehen keinen Stress am Morgen habe und es mir dann viel besser geht beim Start in den Tag. Und am Wochenende genießen wir es dann umso mehr, länger im Bett zu bleiben, zu kuscheln, den ersten Kaffee zu nehmen etc.
          Ich finde halt, so wie Sonja das alles beschreibt, ist sie unzufrieden mit der Situation, wie sie gerade ist. Aber dann muss man einfach was daran ändern. Und nur bis Herbst warten, ob sich dann vielleicht etwas tut, finde ich einfach nicht genug. Und so wie sie ihre Tage hier im Blog immer beschreibt, finde ich, dass sie es recht gemütlich angehen lassen, stehen spät auf, sie geht auch mal während Home Office Tagen einkaufen oder was erledigen etc. Das ist alles völlig okay, wenn sie damit glücklich ist und es zu ihrer Zufriedenheit beiträgt. Aber das tut es scheinbar nicht. Und deswegen wollte ich nur einige Anregungen geben, wie man durch ein bisschen Struktur eine bessere Balance bekommt. Wir sind zum Beispiel so strukturiert, dass ich ab 15 Uhr, wenn ich die Kinder aus der Kita hole, ausschließlich Zeit mit ihnen verbringen kann. Weil alles andere erledigt ist. Das genieße ich sehr und es trägt ungemein zu meiner Zufriedenheit bei. Dafür lohnt sich dann auch das frühere Aufstehen für mich.

      2. Mama Notes sagt:

        Liebe Eva, danke dass Du Dir Gedanken machst und mir Ratschläge geben willst.
        Aber es geht genau nicht um Optimierung und Effizienz.
        Es geht um Verantwortung und Alltagsmanagenemt, es geht um klassischen Rollenverhältnisse, in das wir wider anderen Wollens gerutscht sind und wieso wie aus Existenzdruck so einfach nicht daraus finden. Und es geht darum zu erzählen, wie wir das versuchen.

        1. Eva sagt:

          Alltagsmanagement klappt aber nicht ohne Optimierung und Effiziens. Und ich habe z.B. auch den Tipp mit ShopShop erwähnt, klappt bei uns gut und der Mann ist komplett eingebunden in die Abarbeitung der benötigten Einkäufe.

          1. Annie sagt:

            Liebe Kommentatorinnen, liebe Sonja,

            die Diskussion hier ist spannend und ich habe sie gleich mal im mit Freundinnen in der realen Welt weitergeführt.
            Was ist so schlecht an Optimierung und Effizienz – dann, wenn man/frau nicht zufrieden ist mit dem Ist-Zustand, so wie Sonja? Der Ausgangspunkt der Debatte war doch der Wunsch nach Optimierung der monetären und damit auch persönlichen (unabhängigen) Situation. Kaffee im Bett oder auf dem Spielplatz ist ja nicht schlimm, aber wenn man mit knapp 30 Stunden vom Steuerzahler subventionierter kinderfreier Zeit nach einem ebenfalls vom Steuerzahler bezahlten Studium über ein Systemversagen klagt und nicht an den eigenen alltagsmäßigen Stellschrauben ganz praktisch drehen mag, dann gibt es eben nicht beides: Kaffee im Bett und volles eigenes Konto.

        2. Sarita sagt:

          Ich denke auch, ohne Optimierung und Effizienz werdet ihr nicht viel mehr Zufriedenheit in euren Alltag kriegen. Optimierung meint ja auch, dass du zusammen mit deinem Mann den Alltag optimierst. Und dazu muss jeder von euch etwas beitragen. Sei mir nicht böse, aber ich finde es schade, wenn du hier sofort abblockst, wenn Leserinnen dir Tipps geben wollen. Wieviel du davon umsetzt, ist ja deine Sache, aber du schreibst öffentlich, da musst du auchmit Kommentaren dazu rechnen, die dir vielleicht nicht 100% gefallen.

          1. Mama Notes sagt:

            Liebe alle,
            könntet ihr bitte aufhören, mir irgendwelche Optimierungs- oder Effizienztipps geben zu wollen? Diese Beurteilungen, über einen Lebensalltag, von dem dem ihr nur einen kleinen Ausschnitt kennt, finde ich ignorant und übergriffig.
            Danach habe ich nicht gefragt und ich habe auch kein Interesse daran.
            Da ihr nicht alles wissen könnt, sind eure Empfehlung und vor allem auch eure Beurteilung Käse.
            Noch mal: mir geht es hier darum auszuloten, wer auch in ein traditionelles Rollenverhältnis gerutscht ist, ohne das zu wollen. Und mir geht es darum herauszufinden, wie andere diese Situation für sich gelöst haben. Gesellschaftskritische Diskussionen, feministische Überlegungen sowie eigene (!) Alltagstipps, sind sehr willkommen.

  13. Eva sagt:

    O je Sonja. Dieser Text hat mir tatsächlich Tränen in die Augen getrieben. Aus Frust, Wut, Solidarität, ich kann es gar nicht genau benennen. Mir geht’s leider sehr, sehr ähnlich, aber leider ohne dass ich irgendein Lichtlein am Horizont sehe. Ich drück Dir die Daumen, dass ihr eine gute Lösung findet.

  14. Marita sagt:

    Also ich bin ja davon überzeugt, diese Miesere liegt an unserer heutigen Zeit. Diese Flut von Kommentaren bestätigt es. Die wie vielte bin ich jetzt? Ist auch egal… Bei mir ist es auch nicht anders, obwohl mein Mann nicht selbständig ist. Er hat einen normalen (schlecht bezahlten) Vollzeitjob im Schichtdienst, und mit Samstagsdienst alle 14 Tage. Nebenbei war er sehr viele Jahre noch selbständig. Das war schon so bevor wir Kinder hatten. Viele Jahre hatte er keine Zeit für uns, und alles was unser Miteinander anging lastete auf mir. Als die Kinder in den Kindergarten kamen, ging auch ich wieder arbeiten, Teilzeit natürlich.
    Wie in all den anderen Kommentaren hier bereits gesagt ist das ein riesiger Spagat. Für ein Miteinander oder für Familie bleibt da nichts. Auch bei uns führte das alles letztendlich zur Trennung. ABER auch ich musste in dem einen Jahr, welches wir getrennt waren feststellen: Auf einmal ging es. Vieles, was ich vermisst hatte, was zu unseren Reibereien geführt hatte, konnte auf einmal abgesprochen und sogar umgesetzt werden. Nach einem Jahr hatten wir wieder zueinander gefunden, doch es wurde trotzdem nie perfekt. Leider stellten sich sogar mit der Zeit, die alten Muster wieder ein, und die Stimmung zwischen uns ist ein ewiges hin und her.
    Schlimm dabei ist, dass wir BEIDE ARBEITEN MÜSSEN. Aber jeder macht dem anderen Vorwürfe, weil andere, ebenso wichtige Dinge auf der Strecke bleiben. Besonders mein Mann versteht einfach nicht, warum ich, wenn ich 30 Stunden arbeite, nicht alles zu Hause schaffen kann. Ich muss dazu sagen, ER ist noch einer von denen: Haushalt, Kinder und alles Drumherum ist Frauensache.
    Ich könnte jetzt auch noch viel mehr dazu sagen, aber ich habe mir das Thema in meinem Blog zur Aufgabe gemacht. Nicht speziell nur die Vereinbarkeit an sich thematisiere ich dort, aber alles und viel was drumherum geschieht, was daraus entsteht, was es aus einem macht und so weiter…. Wer mag kann ja mal vorbei schauen, es wird noch einiges kommen, versprochen!
    Hier mal ein Beitrag, ganz frisch (habe diesen leider zu spät gesehen), der das Thema berührt; http://www.frauenpowerweb.wordpress.com/2016/05/24/ja-sager-oder-the-hero/ Schaut Euch mal um, dort findet Ihr vielleicht den einen oder anderen Beitrag, der Situationen und Gefühle beschreibt, die daraus entstehen.
    Dir, Sonja wünsche ich erst mal von Herzen, dass es im Herbst wirklich besser wird… Liebe Grüße, Marita

  15. Anni sagt:

    Hallo Sonja, ich verstehe Dich. Bei uns ist es anders, aber das Ergebnis ist prinzipiell oft gefühlt ähnlich. Wir sind nicht selbständige Akademiker und arbeiten beide eine vollzeitnahe Teilzeit. Hin und wieder mit Überstunden, Dienstreisen und allem was dazu gehört. Wir haben keine Familie vor Ort. Was mich generell interessieren würde bei Dir und was mir bei vielen Selbständigen auffällt: angenommen Du bringst Deine Kinder auf 9Uhr aus dem Haus und holst sie gegen 15:30Uhr ab, dann hast Du doch etwa 6 Stunden am Tag für die Arbeit. Macht 30 Stunden in der Woche von Montag bis Freitag. Das entspricht in einem Teilzeitangestelltenverhältnis etwa einer Tätigkeit von 75%. In diesen 30 Stunden müsste doch einiges zu schaffen sein, oder? Wenn ich als nicht Selbstöndige um 15 Uhr Feierabend habe, ist es locker 15;30Uhr bis ich beide Kinder eingesammelt habe. Manchmal später. An den Nachmittagen haben wir Hobbys, Verabredungen, Spielbesuch, Arzttermine oder machen Hausaufgaben, spielen oder sonstige Erledigungen. Wenn es irgendwie möglich ist, versuche ich nebenher ein bisschen zu Hause zu wurschteln. Oft hat morgens nicht mal mehr die Zeit gereicht, um die Spülmaschine vom Vorabend aus- und das Frühstücksgeschirr wegzuräumen. Wenns gut läuft kann ich noch eine Waschmaschine anstellen oder ähnliches. Aber oftmals gehe ich (oder mein Mann) abends um 20Uhr oder später noch in den Supermarkt um den Einkauf zu machen. Meistens schaffen wir es nachmittags nicht oder uns ist die Zeit zu schade. Ausserdem fällt auf die Zeit von 20Uhr bis 22Uhr bei uns alles rund um putzen, waschen, vorkochen, Papierkram, Onlinebanking, etc. Meistens bin ich eigentlich nur kaputt und werfe alle Vorsätze über Bord; lasse Haushalt Haushalt sein und schau noch einen Film bevor ich ins Bett falle. Manchmal brauche ich Wochen, um eine bestimmtes Telefonat zu führen, weil es tagsüber während meiner Bürozeit kaum möglich ist und nachmittags denke ich meist nicht dran und abends erreicht man dort niemanden mehr. Also, ich verstehe Dich auch voll, dass es sehr erstrebenswert wäre, dass Dein Mann sich mehr einbringen kann. Das ist ja leider das Problem. Die Männer sind ja immer gern unentbehrlich beruflich aus allen möglichen Gründen, inklusive den von Dir genannten und die Frauen wundern sich dann, warum Arbeitgeber Sie nicht gerne einstellen oder schlechter bezahlen. Solange es nicht normal ist, dass Mann Elternzeit hat (und zwar nicht die 2 „Vätermonate“), Teilzeit arbeitet und Kindkranktage nimmt, wird sich nicht viel ändern an der generellen Situation. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass Selbständige bzw. im Home Office Tätige, sich manchmal einen Tacken mehr disziplinieren müssten, um die Zeit effektiv zu nutzen. Wenn ich 6 Stunden im Büro bin, bin ich 6 Stunden im Büro. Kein Haushalt, kein Chat, keine Nägel lackieren etc. Aber oft ist sowas leicht gesagt….
    LG von Anni.

    1. Eva sagt:

      Das ist genau das, was ich in meinem Kommentar oben meinte, was mir aber gleich mit Härte ausgelegt wurde. Ich sehe es auch so, 6 Stunden am Tag ist eine Menge und wenn man diszipliniert arbeitet, schafft man da auch was. Ich kenne viele Teilzeitmütter die in 6 Stunden mehr schaffen als die Kollegen in 8 Stunden, einfach weil sie disziplinierter und strukturierter arbeiten und einen harten Zeitanschlag haben. Die Vollzeitkollegen gehen halt hier und da mal ein Käffchen trinken, quatschen viel dabei und schwups, ist schon wieder eine Viertelstunde vorbei.

  16. Silke sagt:

    Vereinbarkeit ist ein fieses Wort. Denn es bedeutet letztlich, dass links eine Menge Pflichten lauern und rechts eine Menge Pflichten fauchen und man wie wild hin und her läuft, um die tobenden Biester in Schach zu halten. Vereinbarkeit heißt, dass das wenigste selbst bestimmt werden kann – nach Neigung und Eignung – und das meiste fremdbestimmt ist – eben nach Erfordernissen.
    Ja, es gibt diese Zeiten, in denen Realität und Ideal weit auseinander liegen, in denen die Frage „Wie kriege ich es hin?“ alles dominiert. Es gibt sie besonders, wenn die Kinder klein sind und man die Hoffnung auf ein Leben, wie es früher war noch hat. Später kommen die Zeitfenster zurück, Zeit, in denen man nachspüren kann: Was brauche ich? Was möchte ich? Und dann sieht man, dass sich in dieser Engpasszeit viel verändert hat, dass das Leben von früher nicht zurückkommt, dass man aber dafür viel gelernt hat über sich und die anderen und darüber, wie ungerecht das meiste ist.
    Und die größte Ungerechtigkeit entsteht meiner Meinung nach dadurch, dass wir Frauen glauben, unsere Aufgabe wäre es, es den anderen möglichst kuschelig zu machen. Das ist so tief verwurzelt in unserem Unterbewusstsein und in unserer Gesellschaft, dass man nicht merkt, wie schräg es eigentlich ist, dass Männer keine Geschenke kaufen und sie erst recht nicht verpacken können. Lieber stresst man sich als Frau als sich mit dem falschen, in Zeitung eingewickeltem Geschenk zu blamieren, denn das fällt ganz automatisch auf die Frau zurück. sie trägt die Verantwortung dafür. Vom Tag ihrer Geburt an. Und wir Frauen sind heutzutage glücklicherweise wach genug, zu merken, dass das ein faules Ei ist.
    Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn du kompromisslos wirst, wenn du willst, dass Absprachen eingehalten werden, auch wenn sich das zuerst nicht in mehr Geld niederschlägt, dann merkt der andere plötzlich, was dieses fiese Biest Vereinbarkeit WIRKLICH bedeutet. Und ab da wird es besser. Vereinbarkeit heißt nämlich auch, dass sich beide an die gemeinsam getroffenen Vereinbarungen halten müssen, egal, ob Kunden eingeschnappt sind, oder ein Monat mal mehr Tage hat als Geld.
    Klar, Ausnahmen muss es geben, Kinder sind ohne Anmeldung krank und Projekte dauern gerne länger als sie sollen. Aber im Mittel muss das Gefühl entstehen, dass die Vereinbarung eine ernste, ernstzunehmende Sache ist. Und zwar für alle. Das ist kein Spatiergang. Das ist fies. Weil man sich damit an sehr vielen Stellen im gesellschaftlichen Leben – an der Arbeit zuerst – unbeliebt macht. Wir ringen damit und wir ringen mit uns. Aber seitdem wir verstanden haben , dass das unser gemeinsames Vereinbarkeitsprojekt ist, dass beiden gleichermaßen passen muss, ist es tatsächlich leichter geworden. Vielleicht macht dir das ein bisschen Mut. Und falls es nicht klappt – schließlich sind Veränderungen immer freiwillige Angelegenheiten – zumindest die Hoffnung, dass mit wachsenden Kindern die Selbstbestimmung wieder zunimmt. Good Luck!

    1. Marita sagt:

      Hey, klingt bei Dir so einfach. ist auch eine einleuchtende These. Ich könnte mir vorstellen, dass viele von uns diese Möglichkeit bereits kennen und vereinzelt auch versucht haben, sie umzusetzen. Dumm nur, dass immer zwei dazu gehören. Wenn der Mann nicht bereit dazu ist, funktioniert es schon mal nicht, und wenn keiner der Arbeitgeber etwas zugänglicher ist, funktioniert es auch nicht.
      Also lässt sich dies nicht pauschal auf alle Haushalte übertragen. Und in Sonjas Fall scheint es halt so, als hätten sie nun mal, jeder für sich auch ihre eigenen Bedürfnisse, die sie nicht außer Acht lassen möchten (und auch nicht sollten), weil sie wichtig für sie sind.
      Es ist bestimmt auch nicht jedermanns Sache kompromisslos an das Thema heran zu gehen, da muss man schon der Typ zu sein, schließlich kann das auch schnell das Gegenteil bewirken. Trotzdem, keine Frage, dass es damit funktionieren kann, wenn man sich der (möglichen) Folgen bewusst ist. Und bereit ist, diese gegebenenfalls auch in Kauf zu nehmen.
      Die Basis um eine Lösung zu finden, ist jedoch generell immer das gemeinsame Gespräch, notfalls auch öfter. Doch auch das ist leider längst nicht in allen Familien möglich.

  17. Viola sagt:

    Danke für diesen Beitrag! Es tut soo gut zu lesen das es woanders ähnlich ist ;)

  18. Träumerin sagt:

    Grundsätzlich kann ich den Frust sehr gut verstehen. Auch ich ärgere mich manchmal, dass nahezu alle organisatorischen und planerischen Aufgaben bei mir liegen , ich den Überblick behalten muss. Da ich davon ausgehe , dass beide Partner/Eltern völlig gleichwertig in die Familienarbeit eingebunden sein müssen, thematisiere ich das hin und wieder und habe aber die Erfahrung gemacht, dass es nur funktioniert, wenn Verantwortung klar benannt und übertragen wird. Z.B. habe ich irgendwann gesagt, dass ich die Wasserkastenbesorgung nicht mehr übernehmen kann. Das funktioniert super. Mit anderen flexiblen Dingen funktioniert es eher nicht. Deshalb finde ich es einfacher Verantwortlichkeit zu definieren, statt zu sagen, wer Zeit hat soll es machen.

    Insgesamt bin ich aber trotz dieser von Zeit zu Zeit aufkommenden Unzufriedenheit in einer sehr komfortablen Position. Ich arbeite 30 h bei einem familienfreundlichen Arbeitgeber und selbst mit meinen zwei Stunden Fahrzeit täglich, bin ich nachmittags nach der Schule für meinen Sohn und auch für den Haushalt, ein frisch gekochtes Abendessen verfügbar. Mein Mann übernimmt das Kind in der Regel morgens, was mir die Möglichkeit einräumt früh in der Arbeit zu sein. Ist er auf Dienstreise bin ich allein zuständig, aber das klappt gut. Wenn ich wesentliche Termine habe und dies ankündige oder mal lange arbeiten muss, kann das in den allermeisten Fällen durch meinen Mann organisiert werden. Soweit so gut.
    In der Diskussion fällt mir auf , dass immer wieder von der TZ-Falle gesprochen wird und ich finde das ein wenig traurig. Denn ich habe mich für eine Familie entschieden, weil ich das genießen möchte. Das heißt, ich arbeite gern Teilzeit und wenn es finanziell möglich wäre (diese Möglichkeit wird durch unseren Anspruch definiert – ich weiß, das ist nicht bei jedem so) würde ich auch gern noch weniger arbeiten. Dabei macht mir meine Arbeit Spaß und ich bekomme sehr viel zurück von den Menschen mit denen ich arbeite aber dennoch liegt mein Focus eindeutig auf einem entspannten Familienalltag.

    Unser Arbeitgeber würde uns tatsächlich auch einräumen unsere Regelung zu wechseln. Oder wir könnten beide z.b. 35h arbeiten. Das wäre selbst finanziell kein riesiger Unterschied und damit befinde ich mich natürlich vielen anderen Frauen gegenüber im Vorteil und sehe sehr wohl , dass es hier noch viele strukturelle Änderungen geben muss, genauso wie Änderungen in den Einstellungen von Vielen. Am Ende haben wir freiwillig und weil ich als Mutter es so möchte,dieses Teilzeitmodell gewählt und sind glücklich damit.

    Zum Leben dazu gehört für mich auch eindeutig, Auszeiten zu schaffen. Mit Freunden auszugehen oder mal wirklich nur etwas für sich zu tun. Diese Möglichkeiten räumen wir uns Gegebenseitig ein und ohne diese kleinen Auszeiten wäre ich nicht so glücklich und zufrieden wie ich es bin.

    Am Ende müssen wir Prioritäten setzen. Was ist uns wichtig. Worauf können wir verzichten. Ich war eine Zeitlang selbstständig -noch vor den Kindern – und habe irgendwann entschieden, dass es mir wichtiger ist, eine geregelte Arbeitszeit und ein geregeltes Einkommen zu haben. Leben ist heute und in diesem Leben und auch wenn ich nicht alles so machen kann, wie ich es am liebsten hätte, kann ich trotzdem zusehen, dass ich es zu meinem Leben mache und nicht das Leben mich einfach in eine andere Richtung mitreißt.

    Viel Erfolg bei der Ideenfindung, die Situation vielleicht doch zu verbessern.

  19. Gixxale sagt:

    Liebe Sonja,

    du hast in deinem Text Dinge formuliert, die wohl (fast) jeder „working mum“ an die Nieren gehen.
    So auch mir.
    Bei uns ist die berufliche Situation etwas anders und das Ergebnis dann doch wieder sehr ähnlich. Alles, was Haushalt, Kind, Sozialleben und diese Dinge angeht, hängt in der Organisation und damit auch die Verantwortung an mir. Wobei ich feststellen kann, dass mein Mann, wenn er zu Hause ist, im Haushalt ordentlich mit hilft.
    Ich bin mir wie ein Hamster im Rad vorgekommen, bis sich in meinem Kopf etwas geändert hat. Ich hab für mich überlegt, was ich denn im Moment wirklich wichtig finde und was ich nur glaube, dass es wichtig oder gut oder sonst wie von Bedeutung wäre. Es ist für mich immer noch schwierig, diese Dinge zu unterscheiden. Und der gesellschaftliche Druck, perfekt zu funktionieren – da stellt sich schon wieder die Frage ‚was ist perfekt?‘ – holt mich immer wieder ein.
    Ich denke, von außen betrachtet, läuft unser Familienleben ziemlich gleich wie zuvor und trotzdem fühle ich mich wohler und bin mehr bei mir. Was ich persönlich schon als Erfolg werte.

    Noch etwas zu den extrem gut organisierten Frauen: Ich freue mich sehr, dass es euch damit gut geht. Ich habe es versucht und es hat in der Organisation und im Familienleben auch gut geklappt. Aber ich bin auf längere Sicht dafür nicht geeignet. Ich bin einfach zu freiheitsliebend für dieses System und es macht mich unglücklich.

    Ich wünsche dir alles Gute!

  20. Träumerin sagt:

    Warum kommt denn die Steuerzahlersubventionierte Kimderbetreuung hier dauernd auf den Tisch? Sollte man es der Gesellschaft und sich selbst etwa ganz leicht machen und einfach gar keine Kinder mehr bekommen?

    Solange selbst Teile der Mütterschaft nicht anerkennen, dass auch die bloße Erziehungs – und Familienarbeit ein ziemlich großer Dienst für die gesamte Gesellschaft darstellt und deshalb unbedingt gewertschätzt und in vielen Bereichen auch finanziell unterstützt gehört, sehe ich generell eher schwarz für Systemänderungen und Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

    Ich finde, dass jeder,der die Verantwortung für Kinder trägt und den Familienalltag wuppt immer wieder mal das Recht hat sich auszuheulen oder nach Verbesserungsideen zu suchen. Und wer entscheidet denn hier, ab wieviel organisatorischer Effizienz und beruflicher Produktivität der subventionierte Kindergartenplatz (für den man ja dennoch gut und gerne mal 300 Euro bezahlt) verdient ist?

    1. Eva sagt:

      Zum Thema “vom Steuerzahler subventionierte Kinderbetreuung” noch zwei Dinge: Erstens gehe ich davon aus, dass Sonja ihre Steuern bezahlt wie alle anderen Leser*innen hier. Zweitens: ich lebe in einem Land, in dem Kinderbetreuung nicht vom Steuerzahler zubventioniert wird. Infolgedessen kann ich es mir momentan schlichtweg nicht leisten, in meinem Beruf zu arbeiten und zwei Kindergartenkinder fremdbetreuen zu lassen, und zwar weder Teilzeit, noch Vollzeit.

  21. Judith sagt:

    Ich bin Dir so dankbar. Du hast das „zu Papier“ gebracht, was ich die ganze Zeit denke – hätte, könnte, sollte ich das nicht anders machen können… Wenn ich mich nur mehr dahinter geklemmt hätte, etc. pp. Irgendwie dachte ich immer, nur ich krieg das nicht auf die Reihe, nur in meiner kleinen Welt läuft das alles so suboptimal. Jetzt sehe ich, dass es gar nicht so ist und das befreit mich enorm. Vielen Dank für Deine ehrlichen Worte!

  22. Stefanie sagt:

    Liebe Sonja, ich habe deinen Beitrag erst heute (morgens um 5 übrigens ;-) durch Brigitte Mom auf Facebook entdeckt und mir gleich gedacht, dass ich dir schreiben möchte. Denn das ist ja fast unheimlich, wie sehr sich unsere Lebensläufe ähneln! Ich war auch 10 J. in einer Agentur, jetzt selbständig und Mutter von 2 kleinen Kindern. Ein guter und mutiger Text, möchte ich dir sagen, auch wenn es schon 45 Moms vor mir getan haben :-)

    1. Mama Notes sagt:

      Ganz lieben Dank :)

  23. Paula sagt:

    Was bei uns – nicht direkt als Stellschraube, aber zumindest als Werkzeug für diese Schraube – geholfen hat, war eine Tabelle. Ja, klingt schrecklich für eine Beziehung, aber für uns war es gut. In der Tabelle haben wir täglich die Kinder-Betreuungseinheiten festgehalten. Und wir haben versucht, dass unter den beiden Spalten nach Ablauf eines gewissen Zeitraums (Monat/Jahr) gleiche Zahlen stehen. Das haben wir zwar nicht ganz geschafft, aber so hatten wir immer die aktuellen Zahlen und deren Diskrepanz vor Auge – ohne nörgeln und streiten zu müssen, wer wieder mehr und wer aber dafür hier-und-da…

    Das mit den kurzfristigen Überstunden auf der Arbeit ist ärgerlich. Vielleicht hilft ein Blickwechsel? Letztlich sind das Minus-Stunden bei den Kindern, die dieser Elternteil macht; der andere Elternteil macht ergo Überstunden bei den Kindern. Das muss genauso ausgeglichen werden, wie es auf der Arbeit auch der Fall ist. (Wie das in der Praxis aussieht, ist natürlich eine andere und vor allem sehr individuelle Sache…)

  24. Kathrin sagt:

    Bei uns ist es so, dass wir beide in der gleichen Branche arbeiten und der Mann Vollzeit mit Fahrzeit arbeitet, ich 30 Std. mit kurzem Arbeitsweg. Ich genieße es, dass ich dadurch viel mehr Zeit mit unseren Kindern verbringen kann, als er. Quasi ermöglicht mir seine Arbeitsfreude die viele Freizeit mit den Kids! Allerdings habe ich auch einen langen Tag die Woche, an dem ich erst nach dem Abendessen heim komme… Da mache ich auf Arbeit immer viel, was ich sonst mal liegen lassen muss. Allerdings wertschätzen wir in der Beziehung auch die Position des Anderen. Habe ich einen wichtigen Termin auf Arbeit und ein Kind wird krank, bleibt auch der Mann zu Hause. Ist es bei ihm ein wichtiger Tag, dann ich. Ist sicher ein Vorteil, dass wir gut verstehen, was der andere arbeitet… Im Haushalt macht jeder das, was er am besten kann… Ich z. B. kann einkaufen überhaupt nicht leiden, das macht er, genau so, wie bügeln ;-). Ich wasche und koche gerne und Geschenke besorgt der, der am besten weiß, worüber sich der Beschenkte freut. Also, was ich sagen wollte, mit gegenseitiger Wertschätzung geht’s leichter. Die Tatsachen sind nun mal so, wie sie sind und jeder am besten das einbringt, was am besten passt.

  25. BerlinBound sagt:

    Ich komme erst spät dazu aber finde die Diskussion ungemein spannend. Vielen Dank, liebe Sonja und liebe Kommentatorinnen, für eure Beiträge.

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