Corona Tagebuch

Protestaktion: Corona Eltern rechnen ab

Corona Eltern rechnen ab
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Comments (26)
  1. Avatar Jakob sagt:

    Vorab: ich habe selbst drei Kinder und ähnliche Probleme zu bewältigen. Was ich aber nicht verstehe, ist der Genderismus an dieser Stelle. Wo sind denn eure Männer, die ihr euch selbst ausgesucht habt? Kommuniziertes Rollenbild hin oder her, was ihr im Alltag daraus macht, habt ihr doch selbst in der Hand, oder nicht? Wie haben es denn unsere Großeltern gehandhabt? War es nicht ganz normal Kinder zu bekommen (und davon möglichst viele) und diese irgendwie zu halbwegs brauchbaren Individuen zu erziehen? Warum zetert ausgerechnet unsere Kuschelgeneration so rum, wenn man sich mal um den eigenen Nachwuchs kümmern muss? Wir haben Kindergeld und davon viel. Wir bekommen Elternzeit und Elterngeld und meistens sogar Betreuungsangebote. Ich sehe hier trotzdem keinen staatlichen Bildungsauftrag. Wenn man Bildung und dazu gehört insbesondere der Prozess der „Menschwerdung“ im gesellschaftlichen Sinne, staatlichen Institutionen überlässt, sind deine Kinder komplett verloren. Du findest Lehrer sind gerade engagiert? Das reicht nicht. Ihr Job ist eben nicht damit getan den Kleinen rechnen beizubringen. Es geht um gesellschaftliche Kompetenzvermittlung. Ja, verdammt, auch um Digitalkompetenz. Es mag einige geben, die das gerade besser hinkriegen als andere, im wesentlichen machen es die Meisten aber einfach nur richtig schlecht, weil sie die Schuld für ihr eigenes Versagen an Leute weiterschieben, die es noch schlechter machen: Politiker. Vor diesen Hintergründen finde ich die Idee zwar ganz nett, aber eben auch nicht zielführend. Im übrigen warne ich davor irgendwelche „Rechnungsdokumente“ zu verschicken, wenn diese nicht als Satire oder Protest gekennzeichnet sind. Ansonsten habt ihr ganz schnell das Finanzamt an den Hacken, dass dann die nicht vereinnahmte Steuer von euch haben will.

    1. Avatar Sanna sagt:

      Danke, Jakob, ich sehe es ähnlich und bin froh, das ein Mann etwas zu diesem Thema sagt. Ich frage mich auch jedes Mal, wo denn in dieser Diskussion – wieder – die Männer bleiben, und warum man sich selbst so in der Opferrolle gefällt. Und ich stelle sowohl im persönlichen Umfeld als auch bei Accounts, denen ich folge, fest, dass nicht plötzlich und unerwartet die Frauen die größte Last tragen. In den allermeisten Fällen ist es so, dass dieses Ungleichgewicht der Arbeitsverteilung schon vorher da war, und in der aktuellen Situation nur verstärkt zu Tage tritt. Und ja, ich habe auch mehrere Kinder, und nein, ich leide nicht, da mein Mann und ich sich die Arbeit auch vor Corona schon geteilt haben. Keiner opfert sich auf, weil jeder seinen Teil beiträgt. Dass es einfach ist, hat keiner behauptet, aber darum geht es auch nicht.

  2. Avatar Franzi sagt:

    Ich lese Dich ja total gern. Aber diese Sichtweise, dass Carearbeit bezahlt werden muss, teile ich überhaupt nicht. Kenne aus meinem Umfeld Pflegefamilien, die möglichst viele Kinder aufnehmen, weil jedes bares Geld bringt, und das nicht zu knapp. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Familien sollen gut leben können, und dafür wird auch finanziell viel getan. Auch der Kampf um Gleichberechtigung ist so wichtig. Aber Elternschaft ist kein Job wie Busfahrer oder Wasauchimmer. Wer soll das auch zahlen, dass Eltern ihre eigenen Kinder versorgen? Der Staat, das sind doch wir alle. Und würde es nicht Grad dazu führen, dass Frauen wieder am Gerd bleiben, wenn sie Geld pro Kind bekommen? DAS ist eine richtige 50er Jahre-forderung.

  3. Avatar Franzi sagt:

    Am Herd natürlich

  4. Avatar karin sagt:

    Der Blick auf unsere Großeltern zeigt, dass Genderismus schon lange angezeigt ist, besonders mit Blick auf die Großmütter. Viele von ihnen leben heute in Altersarmut, gesegnet mit einer längeren Lebenszeit.. Oder sie kleben notgedrungen an ihren alten Männern, von denen sie finanziell abhängig sind. Die Großväter haben kein Problem mit einer zu niedrigen Rente. Hier zeigt sich, dass unser System nicht mehr funktioniert. Oder welcher Mann möchte sich unsicher sein, ob seine Frau noch freiwillig mit ihm zusammen ist oder nur noch aus finanziellen Gründen? Leider leben wir in einer Gesellschaft, wo Wertschätzung ohne finanzielle Hinterlegung nicht mehr funktioniert. Erst wenn Care-Arbeit beziffert wird, gilt sie als „Arbeit“. Und die Mehrzahl der Männer, so lässt die Statistik vermuten, wird sie sich erst dann für Care-Arbeit interessieren. Frauen übernehmen heute im Durchschnitt über alle Haushaltstypen hinweg 52% mehr Care-Arbeit als Männer. Ich denke, die Großmütter haben am Ende mehr gearbeitet als ihre Männer. Das möchte die Kuschelgeneration eben nicht wiederholen.

    1. Avatar Franzi sagt:

      Hallo Karin,

      ich würde gern verstehen, was Du mit diesem Kommentar aussagst bzw. einforderst. Also sollte Deiner Meinung nach care-Arbeit bezahlt werden? Und WER genau soll das zahlen? Pro Kind oder pro Familie? Was wäre das für eine gigntische Umverteilungs-Maschinerie? und wenn es Geld dafür gibt, hat man dann noch Anrecht auf Kitaplatz und Schule, oder kann Mama das dann kompetent komplett zuhause machen? Inklusibe Altersabsicherung.
      Das wird einfach nicht funktionieren. Ein Lehrer beschult 25 Schüler, nicht eins oder zwei. Er ist dafür usgebildet. Kinder zu bekommen ist eine freiwillige Entscheidung. Für ihre Betreuung zu zahlen schafft weder eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau noch ist es finanzierbar. Echte Emanzipation wird geschaffen durch gute (externe) Kinderbetreuung, gesellschaftliche Akzeptanz von Familien und Gleichberechtigung von Mann und Frau, dass sich beide in der Familie UND in der Arbeitswelt beweisen können.
      Kleine Kinder hat man ja auch nur eine sehr begrenzte Zeit im Leben, die Anforderung, sich auch außerhalb der Familie zu beweisen, würde sich durch bezahlte „Care-Arbeit“ ja nur nach hinten verschieben. Und da wird es keinesfalls leichter, sich im Job zu beweisen.

  5. Avatar greta sagt:

    „In der Coronakrise mussten Eltern von heute auf morgen einspringen und die Betreuungs- und Beschulungsleistung von Kitas und Schulen auf unbestimmte Zeit übernehmen.“

    Kitas und vor allem Schulen leisten deutlich mehr, als du denkst. Es ist nicht so, dass du deren volle Arbeitsleistung übernimmst, denn du bist nicht dazu ausgebildet. Du kannst das nicht vergleichen mit zum Beispiel Haare schneiden, wo du einen Friseur ersetzt, wehr oder weniger gut. Die Betreuung (und Ausbildung deienr Kinder) gestaltet sich deutlich komplexer in der Schule.

    Außerdem geben Lehrer sehr wohl Aufgaben und Fahrpläne vor, kontrollieren die abgegebenen Aufgaben (wenn es eine gute Schule ist) und stehen über Video oder Telefonate mit den Schülern in Kontakt. Du denkst, sie unterstützen dich momentan, aber ich denke, du unterstützt die Lehrer. Dass du dich neben deiner Arbeit im Home-Office um DEIN EIGENES Kind kümmerst, was Essen und manchmal auch Hilfe bei den Aufgaben angeht, ist zumutbar und wird mit dem Kindergeld doch ganz gut honoriert, im europäischen Vergleich. Und wenn du finanziell tatsächlich jetzt an deine Grenzen kommen solltest, kannst du Hartz IV beantragen oder Zuschuss zum Kindergeld und Wohngeld.

    Nicht zuletzt: Eine Rechnung muss eine Steuernummer enthalten, sonst ist sie ungültig. Daher ist dein Aufruf leider auch nicht bis zu Ende gedacht. Wenn nur Gewerbetreibende und Freiberufler Rechnungen stellen, ist es ungerecht gegenüber allen anderen Eltern – daher die normalen Absicherungen wie Kindergeld und Zuschuss,

  6. Avatar Susi sagt:

    Greta schrieb:

    „Außerdem geben Lehrer sehr wohl Aufgaben und Fahrpläne vor, kontrollieren die abgegebenen Aufgaben (wenn es eine gute Schule ist) und stehen über Video oder Telefonate mit den Schülern in Kontakt.“

    So’n Quatsch. Mein Sohn (14, Gymnasium) ist seit 11 Wochen zu Hause. Kein Lehrer kontrolliert seine erledigten Aufgaben (sie sollen sie nicht mal an die Lehrer schicken), es gab keine Videokonferenzen und schon gar nicht Telefonate.
    11 Wochen lang Funkstille außer Emails mit PDFs und Arbeitsanweisungen.

    So sieht Schule eben auch aus.

    Und wenn man dann noch zwei Kinder mit Unterstützungsbedarf hat, dann geschieht das Homeschooling eben nur in der 1:1 Betreuung. Nix mit Eigenständig Arbeiten und Mama kann ja solange dann ihren Bürojob im Homeoffice erledigen.

    DAS ist auch Realität.

    1. Avatar Greta sagt:

      „So’n Quatsch. Mein Sohn (14, Gymnasium) ist seit 11 Wochen zu Hause. Kein Lehrer kontrolliert seine erledigten Aufgaben (sie sollen sie nicht mal an die Lehrer schicken), es gab keine Videokonferenzen und schon gar nicht Telefonate..“

      Nur weil deine Schule das anders handhabt, ist mein Beitrag ja nicht „Quatsch“. Finde deine Aggression an dieser Stelle unnötig.

      Ich habe drei Schulkinder, auch eines am Gym, 9. Klasse, und dort ist die Kontrolle und Zusammenarbeit sogar noch enger als ich es beschrieben hatte. Es kommt halt auch auf die Schule an., wie gut das Homeschooling funktioniert. Du müsstest dich eher an deine Schule wenden, an die Elternvertretung in deinem Land oder an das Kultusministerium, aber es macht keinen Sinn, irgendwelche fiktiven Rechnungen zu schreiben, die dir sowieso niemand bezahlt. Steck deine Energie lieber in die konkreten Belange deiner Kinder.

  7. Avatar mamaonline sagt:

    Ich bin auch der Meinung, dass jetzt Probleme zu Tage treten, die es vorher schon gab. Es ist doch so: Selbst Frauen, die ziemlich rückständige (in Sachen Geschlechtergerechtigkeit, meine ich) Männer haben, konnten bisher arbeiten gehen und zumindest ein wenig Gleichbehandlung erfahren, nämlich durch den Staat. Jetzt, wo die Entlastungen durch Kita usw. wegfallen, sind sie wieder auf die Aushandlung mit ihrem Partner angewiesen. Und das läuft in vielen Fällen anscheinend zum Nachteil der Frauen, leider. Das zeigt: In den Köpfen läuft immer noch was falsch. Und darauf muss man hinweisen! Trotzdem muss ich sagen: Ich bin absolut GEGEN die Ökonomisierung von Care-Arbeit!! Zumindest, wenn das so gehandhabt wird, wie die jetzige Erwerbsarbeit. Das würde nämlich bedeuten, dass dieser ganz private, sehr intime Bereich der Kernfamilie ökonomischen Prinzipien unterworfen wird. Man müsste nachweisen, was man tut, wie lange oder intensiv man es tut, es entstehen ganz neue finanzielle Interessen usw. Anders gesagt: Natürlich muss Care-Arbeit Wertschätzung erfahren, auch finanzielle. Aber wie genau das aussehen soll, muss sehr gut überlegt sein.

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