Erziehung & Beziehung

Wie soll ich mit den Kindern über Terror reden?

Comments (12)
  1. Hallo Sonja,
    ehrlich gesagt: ich weiss ja nicht so recht, was Dich Da geritten hat, das Deinen Kindern dermaßen auf die Nase zu binden.

    Meine Haltung hierzu ist klar: Das ist nichts für Kinder ! Jedenfalls nicht für Vorschul- und Grundschulkinder.
    Da habe ich Samstag erst mal Nachrichtensperre verhängt, meine Frau hat mir da auch nicht widersprochen. D.h. insbesondere keine Nachrichtensender im Auto.

    Charlie Hebdo habe ich erfolgreich von meiner Tochter ferngehalten und auch, dass Germanwings vom eigenen Piloten zum Absturz gebracht wurde.

    Diese Ereignisse sind zu komplex für Kinder, das kann ihnen überhaupt nicht erklärt werden, die Zusammenhänge, die Vorgeschichte, usw.

    Außerdem glaube ich nicht, dass jüngere Kinder so etwas emotional verarbeiten sollten.
    Die Kinder sollten zuerst einmal die Welt als guten, schönen, sicheren Ort kennen lernen. Dieses Grundvertrauen sollte nicht gestört werden.

    Islamistische Attentäter, die mit Schnellfeuergewehren in einer Konzerthalle um sich schießen, passen nicht dazu.

    Viele Grüße
    Dirk

  2. lisa* sagt:

    Hallo, ich habe das Gefühl, dass du sehr behutsam & kindgerecht mit deinen Kindern gesprochen hast. Die Entscheidung, ob & wann & wie Eltern mit ihren Kindern über die Grausamkeiten die auf dieser Welt passieren sprechen, müssen Sie jeweils für sich selbst treffen. Aber es ist eben so: der kackmist passiert, & ich denke es ist gut, wenn Kinder davon in sicherem Rahmen erfahren & nicht alleine gelassenwerden, in einem unsicheren Gefühl von nicht greifbaren Bedrohungen. Wenn Sie dann noch so toll kindliche Lösungen entwickeln, wie du beschreibst, dann arbeitet das doch genau gegen diese Ohnmacht an. Liebe grüße Lisa*

  3. @Lernbegleiterin sagt:

    Hallo Sonja,
    ich finde Dein Vorgehen sehr plausibel und behutsam. Es ist auch spürbar, dass Du mit Deinen Kindern ohnehin schon im Gespräch über diverse angeblich nicht kindergeeignete Themen bist. Das ist für mich auch der ausschlaggebende Punkt: mit Kindern zunächst eine Gesprächskultur entwickeln, die auch Raum für unangenehme Themen lässt.
    Ich selbst werde mit K 1 (5Jahre) zunächst noch abwarten, habe das Gefühl, dass WIR noch nicht soweit sind. Allerdings werde ich aufmerksam sein, und geeignete Gesprächsanlässe nutzen, um in diese Thematik einzusteigen.
    Beste Grüße

  4. Christina sagt:

    Es gibt keine kindgerechte Möglichkeit,das Thema „terrorismus “ den Kindern Nähe zu bringen. Und wozu auch? Die Kinder im Alter deiner beiden sind damit überfordert und ich bin sicher, sie verstehen nicht, was du da gesagt hast. Nur um das von dir zu hören? Ob sie „Krieg“,“Bomben“ oder sonstiges woanders hören ist doch egal. Sie kommen anschließend zu dir und stellen Fragen und äußern Ängste, WENN es sie beschäftigt.
    Das ist kein Thema, über welches man Kleinkinder aufklärt! Nein, also ich halte meine Kinder da raus.

  5. Jonna sagt:

    Liebe Sonja,

    ich finde das ganz großartig und sehr nachvollziehbar beschrieben und einfühlsam umgesetzt. Die gleiche Frage hat mich am Wochenende auch umgetrieben. Mein Kinder gehen schon in die Schule, aber trotzdem halte ich normalerweise die meisten Nachrichten von ihnen fern. Dieses Mal habe ich mich dafür entschieden, zu reden, denn sie gehen in eine deutsch-französische Schule und es war anzunehmen, dass die Attentate heute ein Thema sein würden. Ich hatte recht und die ganze Schule hat auch um 12:00 an der Schweigeminute teilgenommen. Ich war froh, dass die Kinder vorbereitet waren (soweit man das sagen kann). Ärgern musste ich mich dann über zwei Dinge: 1. mein Sohn bekam eine Ermahnung, weil er nach der Schweigeminute noch so im Thema versunken war, dass er die nächste Unterrichtsfrage der Lehrerin nicht mitbekommen hatte; und 2. eine geschwätzige Lehrerin meiner Tochter meinte, den Kindern Details über Facebook-Posts von Bataclan-Opfern erzählen zu müssen. Da bleibt mir die Spucke weg!!! Gerade Lehrer sollten einfühlsamer sein.
    Viele Grüße
    Jonna

    1. Mama notes sagt:

      Das ist ja unfassbar. Selbst ich halte mich von solchen FB Posts fern. Selbstschutz.

  6. Truddel sagt:

    Ich habe auch darüber nachgedacht, mit den Kindern (6 J) drüber zu reden, auch aus dem Grund dass ich dachte, sie hören vielleicht im Kindergarten davon. Aber ich weiß (oder besser: „weiß“), eine meiner Töchter würde wirklich Angst kriegen. Bisher habe ich es gelassen, und aus dem Kindergarten kam bis jetzt zum Glück auch noch nichts.
    Aber ich weiß nicht wirklich, wie damit umgehen. :(

  7. Silke Nenzel sagt:

    Ich erzähle meinem 3-jährigen Sohn auch nichts davon. Sowas macht kleinen Kindern nur Angst. Sie verstehen das nicht.

  8. ruhrstyle sagt:

    Toll, dass du über dieses Gespräch berichtest und ich finde es gut, dass du deinen Kindern dieses schreckliche Thema nicht vorenthälst.
    Ich habe auch mit meinem Sohnemann gesprochen, da ich wusste, dass er spätestens in der Schule damit konfrontiert wird. Er hat ebenso reagiert wie deine Kinder nur mit anderen Worten (er ist fast neun Jahre alt).
    Ganz ehrlich, es ist mit Sicherheit schöner den Kindern eine heile Welt zu präsentieren und wie auf einem Ponyhof zu leben. Doch leider spielt die Welt da nicht mit. Meiner Meinung nach sollten Kinder schon wissen, dass nicht nur Gutes passiert und das es durchaus auch wirklich bösartige Menschen gibt. WIe sollen Kinder sonst lernen, in dieser alles anderen als heilen Welt klarzukommen!?!

    Natürlich müssen die Worte weise gewählt werden und in kindgerechte Worte verpackt werden…aber kurzgesagt: du hast alles richtig gemacht!

    viele Grüße
    Rebecca

  9. Ina sagt:

    Klingt gut wie du es erzaehlt hast. Wir haben es bewusst der Kleinen(5Jhr.) nicht erzaehlt u. glaube auch nicht das sie im Kiga davon hoert, die meisten die ich kenne mit Kinder indem Alter halten sie fern davon u. das funktioniert ganz gut. Wenn Fragen kommen , dann kommt sie zu uns, das wissen wir.
    Mit den 2 Grossen haben wir natuerlich geredet, die Groesste (16Jhr.) ist dann aber mehr u. vielleicht zurecht der Meinung, es geschieht doch jeden Tag soviel auf der ganzen Welt warum jetzt Paris soviel Aufmerksamkeit, alle anderen Opfer haben es genauso verdient u. wir hatten interessante Diskussion u. Gespraeche gehabt.
    Die Mittlere(fast14) ist da schon mehr betroffen , auch gerade weil wir Weihnachten nach Paris fliegen, da schwingt dann naturlich Angst mit.
    Sie hat dann gestern auch in ihrer Klasse die Schweigeminute initiert.

  10. Danke für den aufschlussreichen Post!

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