Mama's notes übern Tellerrand hinaus

Frauen müssen lernen, Aufgaben klar zu verteilen? – Nein, finde ich nicht!

Comments (81)
  1. Andreas sagt:

    Ich finde es super, dass Du auf meine. Artikel antwortest. Es hat mich überrascht, wie wenig Gegenwind ich für diesen Artikel bekommen habe.
    Noch mehr hat mich allerdings die Zustimmung von Männern wie Frauen überrascht.

    Ich möchte gar nicht auf die Details Deines Posts eingehen, denn das ist Deine Meinung (ich fühle mich auch in keinster Weise angegriffen oder ähnliches).

    Ich denke es ist aber ein feiner Unterschied ob Männer gar nichts eigenständig sehen (so wie Du meinen Beitrag offenbar interpretierst), oder ob sie eine andere Schwelle haben ab wann sie Arbeit sehen – so wie ich es ausgeführt habe.
    Das Thema ist das, Frauen halten Männer für faul und egoistisch weil wir uns angeblich um nichts kümmern.
    Dabei kümmern wir uns um den Abwasch, den Müll, den Rasen und die schreienden Kinder. Halt nur dann, wenn es uns störend auffällt.

    Die Frau hat jedoch im allgemeinen ein anderes Aktivierungslevel. Will Frau, dass Männer auf „Ihrem“ Aktivierungslevel tätig werden, darf sie uns bitte darauf aufmerksam machen um Streit zu verhindern.

    Die Alternative wäre einfach etwas Geduld zu haben, bis Mann sein Aktivierungslevel erreicht hat.
    Geduld zählt aber bekanntlich nicht zu den größten Stärken einer Frau (und damit möchte ich niemanden zu nahe treten

    1. Mama notes sagt:

      Danke für Deinen Kommentar. Allerdings fügt sich Dein Argument mit dem Aktivitätslevel kurz vor der Bürologik ein. Es geht nicht um „im Haushalt helfen“. Es geht um zwei selbständig und intelligente Erwachsene, die sich den Job teilen. So richtig. Im Büro übrigens sind Männer sehr wohl in der Lage Arbeit an sich zu nehmen, wenn sie schneller sein wollen, als der Kollege. Weil Ruhm, Ehre, Geld Prestige. etc. Das ist das, was ich mit prestigelose Haushaltsarbeit und selbständig sehen und agieren meine.
      Ein niedrigeres Aktivitätslevel heißt doch: „Mach Du, ich sehe es zwar, will aber nicht, weil mir die Arbeit zu blöd ist.“
      Gleichwertigkeit ist ja was anderes.

      1. Schraubenzieher sagt:

        „Die Frau hat jedoch im allgemeinen ein anderes Aktivierungslevel“

        „Die Frau“ schon mal gar nicht.

        Zutreffend ist allerdings, dass Männer Hausarbeit nicht als ihr originäres Aufgaben- und Verantwortungsgebiet ansehen. Sie meinen eher, nur „helfen“ zu müssen und erwarten explizite Aufgeforderungen. Erfolgen diese nicht, machen sie es sich bequem und Mutti ist selbst schuld, dass sie den ganzen Kram allein machen muss.

        Genetisch oder geschlechtlich ist daran rein gar nichts. Es funktioniert im beruflichen Kontext ganz genauso. Wer sich veratnwortlich fühlt, agiert, wer nicht, reagiert nur.

      2. Andreas sagt:

        @Mama_notes

        Nicht ganz.
        Ich finde den Büro Vergleich auch nicht ganz passend.

        Jeder Mensch hat andere Standards in verschiedenen Bereichen. Wenn zwei Menschen zusammenleben, müssen sie sich auf Dauer damit arrangieren.

        Entweder geht man einen Kompromiss ein und einer arrangiert sich mit den Standards des anderen oder man bittet den anderen seinen eigenen Standard umzusetzen.

        Dann kann ich aber nicht erwarten, dass der andere sich meine Standards zu eigen macht.

        1. Hana Mond sagt:

          Ja, unterschiedliche Menschen haben ein unterschiedliches Aktivierungslevel – was beim einen noch Wohlfühlzone ist, ist beim nächsten schon furchtbare Unordnung, die dringend aufgeräumt werden muss. Ebenso ist das Empfinden unterschiedlich, was dreckig ist und geputzt werden muss und was noch sauber genug ist.
          ABER: Das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun! Es gibt ordentliche Männer und unordentliche Frauen und umgekehrt. Das ist nicht genetisch, sondern erziehungsbedingt (wer in einem unordentlichen Haushalt aufgewachsen ist, der wird Unordnung als weniger schlimm empfinden, und wem Mutti alles nachgeräumt hat, wird weniger selbst aktiv werden zum Aufräumen).
          Das aufs Geschlecht zu schieben ist einfach kurzsichtig!

          Die Konsequenz bleibt natürlich: Wenn die Partner (ob Mann und Frau, oder zwei Frauen oder zwei Männer) unterschiedliche Ansprüche an Ordnung und Sauberkeit haben, müssen sie sich absprechen. Aber nicht als „Der eine Partner gibt Anweisungen, der ander führt aus“, sondern mit Regeln, wer wofür zuständig ist und wie oft oder ab welchem Zustand etwas tut.

    2. Steffi sagt:

      Es hat dich überrascht, „wie wenig Gegenwind“ du bekommen hast???

    3. R.Fritz sagt:

      Also ich bin weiblich und habe einen extrem hohen Aktivierungslevel, habe es mal wirklich drauf ankommen lassen und kann dir nur bestätigen, dass Männer sehr wohl einfach zu faul sind. Es ging soweit, das mein Mann meinte er isst dann lieber im Büro weil die Küche dreckig ist. Auf die Idee selber den §$%&/( Abwasch zu machen kam er nicht. Tat dann aber ganz erstaunt als ich ihm ins Gesicht gesagt habe, was ich davon halte. Das war bevor wir Kinder hatten, hat sich aber nicht wirklich geändert. Bloß das es jetzt nicht nur uns selber sondern auch die Kinder trifft, wenn man solch ein Chaos zulassen würde, und das geht einfach nicht. Warum muß ich also nicht nur den Kindern gegenüber der Buhmann sein, sondern auch noch meinen Mann erziehen??

      1. almut sagt:

        Können wir uns bei Einzelbeispielen (Mein Mann räumt auch nie die Küche auf…) nicht darauf einigen, dass er, ganz alleine er in diesem Punkt schwach ist – und nicht alle anderen mit in die Männerschublade stecken und mit verantwortlich machen? Sonst lernt’s der Sohn nämlich gleich mit, dass er als kleiner Mann nur so richtig ist…

        Wenn dieses Beispiel ein blonder Typ mit grünen Augen ist, sagen wir doch auch nicht: Immer diese grünäugigen Blonden, wollen oder können alle nicht richtig aufräumen. Eine Studie, die dazu eine statistisch relevante Zahl ergibt, ließe sich garantiert dazu finden, wäre uns Augenfarbe wichtiger als Geschlecht!

        1. Mama notes sagt:

          Almut! <3 So ist es.

          1. almut sagt:

            Dazu passt:
            „Den größten Einfluss auf den Berufswunsch einer Tochter hat der Anteil, den der Vater an der Hausarbeit übernimmt. Väter, die sich, aus welchen Gründen auch immer, vor der anfallenden Hausarbeit drücken, vermitteln ihren Töchtern vor allem eines: Diese Domäne ist nicht meine, sondern die deiner Mutter. Und damit in Zukunft auch deine.“

            http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article133609110/Wie-Vaeter-das-Rollenbild-der-Toechter-beeinflussen.html

  2. johnny sagt:

    Dem Ausgangstext scheint an manchen Stellen der Augenzwinker-Smiley zu fehlen, oder? Außerdem verlinkt die angefügte Grafik unter dem Text auf einen Haushaltswaren-Onlineshop.. so.

    Also auch, wenn die Diskussion mitunter etwas heiß wird, sollte man das alles wohl nicht ganz so ernst nehmen, oder?

    1. Mama notes sagt:

      Ein sponsored Post ohne Kennzeichnung? Habsch gar nicht drauf geachtet. Danke für den Hinweis.
      Übrigens finde ich total lustig vorgetragenes Rollenbilder von 1950, die superwitzige Haushaltstipps für Ehe und Familie verbreiten, trotzdem einfach nicht so witzig.

    2. Andreas sagt:

      Ich versuche immer alles nicht so bierernst zu nehmen, doch die Message ist im Kern absolut mein ernst.

      Es handelt sich aber in keinster Weise um einen gesponserten Artikel. Diese Infografik habe ich nachträglich gefunden, sie verdeutlicht aber sehr schön wie groß der Graben der Geschlechter im Bereich Haushalt ist.

  3. Mutter Rabe sagt:

    Die Frau hat ein anderes Aktivierungslevel. Öhm.., Nein?! Mein Mann macht ehrlich gesagt trotz Vollzeitjob mehr im Haushalt als ich. Ich amüsiere mich schon, dass er tatsächlich nach jedem Duschen die Wände wegen Kalk abzieht und gleich nach dem Abendbrot die Krümel vom Boden auffegt. Da bin dann wohl ich die mit dem anderen Aktivierungslevel, was auch immer dieses Wort bedeuten soll;)?

  4. Petra sagt:

    Ich finde mich in beiden Beschreibungen wieder. Ja ich finde auch dass es schön wäre, wenn Männer selbständig sehen würden was anfällt. Ja ich finde auch, dass Männer ein anderes Level haben ab wann sie agieren. Jetzt aber mein großer ABER an Andreas: Wenn ich Meinen auf meinem Level aktivieren möchte und ihn wie du sagst darum bitte oder ihn frage ob er dies tun könne, dann aktiviert ihn das meistens auch nicht

  5. rage sagt:

    Eine KussHand an Mamanotes! Ich bin froh, dass ich Meinen nicht aktivieren muss. Muss er auf der Baustelle mit mir auch nicht machen…

    Manchmal habe ich das Gefühl – ohne irgendwem zu nahe zu treten – dass sowohl Männer als auch Frauen von diesem patriarchalischen RollenverteilungsMuster sehr viel haben. Meine recht abstrakt formulierte These dazu. ;)

  6. Mascha sagt:

    Richtig, richtig, richtig!

  7. Alexander sagt:

    Eigentlich sollte niemand was tun müssen, doch dann ist da dieses Problem, es nennt sich Beziehung. Da sie von zwei (oder mehr) Partnern gelebt wird, „müssen“ diese sich arrangieren, „wenn“ sie die Partnerschaft über Alles stellen.

    Es ist von „einem Mann“ sicherlich zu viel verlangt, wenn „alle Frauen“ sich ihm anpassen sollen. Aber wenn seine Partnerin oder sein Partner ihm diesen Wunsch erfüllt, dann wird vielleicht deren Beziehung besser funktionieren.

    Deswegen ist das Aussprechen von Kritik wichtig für das Finden von Konsens. Er sagt Nein, du sagst Ja. So gibt das nie was. ^^ Aber ihr seid ja dann zum Glück kein Paar.

  8. Als der Mann und ich noch jeder in seiner eigenen Wohnung gewohnt haben, war das so: Bei ihm war es immer perfekt aufgeräumt und sauber, aber wenn man etwas essen wollte, musste man schon in ein Restaurant gehen. Ich hingegen wohnte in einer Messie-Wohunng, war aber jederzeit darauf vorbereitet, für vier Gäste ein drei-Gänge-Menü zu zaubern. Dementsprechend sind heute in unserem gemeinsamen Haushalt er für die Ordnung und ich für das Essen zuständig. Und in vielen anderen Dingen ist die Aufteilung ebenso: Jeder macht das, was ihm wichtig ist oder was ihm Spaß macht. Dafür müssen wir weder eine Aufgabenverteilung vornehmen, noch hat das etwas mit dem Geschlecht zu tun, da bin ich ganz Deiner Meinung! Danke für diesen schönen Post!

  9. Barbara sagt:

    Bei mir konnte mein Ex plötzlich auf meinem Level agieren als ich wirklich mal 3 Wochen komplett ausfiel. Er war plötzlich ganz alleine zuständig und: voila es klappte wunderbar. Aber nur weil wirklich kein anderer da war. Er wurde sogar nachts vom Baby wach. Vorher schlief er, egal was war, einfach weiter.

  10. Sabine sagt:

    Liebe Mama, lieber Papa!
    Schreibt doch mal lieber über Euch und nicht über die Frauen und die Männer. Wer glaubt, dass er/sie die Frauen, die Männer oder die Mamas und die Papas kennt, urteilt von vorneherein vor. Da hilft es auch nicht, wenn man „die Wer-auch-immers“ in Anführungsstrichen schreibt.

    1. Mama notes sagt:

      Liebe Sabine,
      wenn Du damit meinst, dass wir hier sowieso über einseitigen, heteronormativen Blödsinn reden, bin ich total auf Deiner Seite. Ich habe die Argumentation lediglich aufgenommen, das ist nicht mein Denken.
      Für mich gibt es weder Eigenschaften, die einem Geschlecht zugewiesen werden können noch gibt es pauschal „die Männer, die Frauen“.
      Trotzdem gibt es patriarchal geprägte Strukturen, in denen die Frauen die weniger prestigehaften Arbeiten übernehmen und dafür kämpfen müssen, das es gleichwertig aufgeteilt wird. Und dann ist das für mich ein Zeitpunkt, in dem es nicht mehr um meine individuelle Situation geht, sondern das ist ein sozio-kulturelles Ding. Und dann spreche ich nicht nur über mich selbst, sondern stelle andere Überlegungen an.

  11. Simone sagt:

    Müsste es nicht einfach heißen jeder Mensch hat ein anderes Aktivierungslevel als der andere. Bei uns passt das zwar mit dem, sie schnell, er erst später, aber ich kenne durchaus Paare bei denen es auch andersrum ist.

  12. gedankenpotpourri sagt:

    Auf den Punkt gebracht! Bin ich zuhause, wird mein Mann Nachts nie wach, wenn die Kinder rufen. Ist er allein mit ihnen, klappt das wunderbar. Das grenzt doch an ein Wunder. Oder an eine Katastrophe. Wie man’s nimmt.

  13. mrscgn sagt:

    Zunächst: Kein Widerspruch. Ich finde auch, dass Männer Verantwortung übernehmen sollten. Sie müssen nicht alles machen, aber sich einfach auch zuständig fühlen. Sie können dann gerne auch delegieren (also mir auch sagen, dass ich bitte dies und jenes tun solte), aber sie sollten sich zuhause nicht als Dauer-Gast fühlen, der dann irgendwann mal mithilft.

    Jetzt das kleine Aber: Woher kommt das bei manchen Männern? Ich kann das Folgende nicht wiss. belegen, es ist einfach eine These, die sich aus meinen Erfahrungen, meinem Umfeld ergibt.
    Die Männer in einem Alter zwischen 40 und 50 sind häufig (nicht immer!) mit dem klassischen Rollenmodell aufgewachsen. Welches Vorbild als Vater hatten sie denn? Wie sollen Jungs lernen, was moderne Partnerschaft ist, wenn sie das aus ihrer Kindheit nicht kennen? Es ist ein Lernprozess, der den einen leichterfällt als den anderen. Es ist ein Prozess, den ich als Frau unterstütze und begleite, aber eben auch verstehe.

    Als Ossi-Kind kenne ich es durchaus, dass sich beide Partner im Haushalt engagieren, wobei auch meine Eltern irgendwann in alte Rollenmuster verfielen. Dieses Beide-kümmern-sich-zu-gleichen-Teilen fand statt, als ich klein war; je älter ich wurde, desto mehr musste ich dann mit ran (und übernahm als die Aufgaben, für die sich mein Vater vorher zuständig fühlte). Will sagen: Auch ich als Frau erlebte gewisse Vorbilder, von denen ich mich auch nicht in jeder Sekunde befreien kann. Ich sehe das als „work in progress“, freue mich über Fortschritte, kann aber damit leben, wenn es nicht immer so klappt.

    Unbewusst hatte ich wohl ähnliche Gedanken im Kopf wie diese Autorin hier :-) : http://www.ipersonic.de/blog_files/Neue-Maenner-braucht-das-Land-oder-doch-erst-mal-neue-Frauen.html

    1. Mama notes sagt:

      Das ist sicherlich so, wie Du sagst. Natürlich bedeutet es für die im alten Rollenmodell erzogenen Arbeit an sich selbst. Keine Frage. Dass das nicht immer einfach ist, klar. Aber deshalb über ein Ungleichgewicht hinwegsehen? Nein. Es muß jedes Paar für sich selbst entscheiden, aber ich finde es wichtig sich bewußt zu machen, dass es weder ein „ich seh den Haushalt“-Gen nicht gibt, noch die eigene Erziehung für alle Zeiten als Ausrede gilt, weniger zu tun oder später die Kinder übernehmen zu lassen.

  14. mrscgn sagt:

    Ich fand die Erklärung der Autorin Felicitas Heyne interessant: Frauen haben eine ästhetische Sicht auf die Dinge, Männer eine eher funkionale. Mir erscheint das plausibel, und ich habe das Gefühl, dass mit diesem „Gen“ eigentlich das gemeint sein könnte (nur einfach ungeschickt ausgedrückt).
    Letztlich stimmen wir ja darin überein, dass jedes Paar da eine eigene Regelung finden muss, mit der es sich wohlfühlt.

    1. Mama notes sagt:

      Danke nochmal für Deinen Kommentar. Ja, klar. Wir sind einer Meinung. Aber was mich immer wundert ist die Bereitschaft das Phänomen zu erklären zu Aufregung zu beruhigen. Ändert sich dann was, wenn wir das ominös erklären? Ich gestehe, ich muß den Text noch lesen, aber eine ästhetische und eine funktionale Sicht würde ich gerne an Haushalten von Ingenieurinnen oder (männl.) Künstlern überprüfen. Sprich: Glaube ich nicht. Ich glaube vielmehr, das Verhalten und die Aufmerksamkeit / das Bewußtsein für solche Aufgaben ist sozial-kulturell (wie auch immer) geprägt. Ich finden nach Nachdenken und Bewußtmachen darf „Mann“ sich davon nicht mehr abhalten lassen. Alle weiteren Regelungen sind dann individuell. Aber erst danach.

    2. R.Fritz sagt:

      Also ich fand das Puderzuckerfiasko in der Küche schon ästhetisch ansprechend, trotzdem habe ich es weggeräumt ;)

  15. die Lulia sagt:

    Ick könnt dir knutschen. Danke für den Beitrag. Diese „Du musst es nur sagen, dann mach ich es auch!“-Haltung entspricht nicht meiner Vorstellung eines partnerschaftlichen Teams. Noch nicht mal der, eines guten Mitarbeiters. Für mich hat es viel mit „Verantwortung übernehmen“ zu tun, weniger mit „Arbeit erledigen“. Dass es einfach ist oder man sich nicht anstrengen muss, hat auch keiner behauptet, oder?! Herzliche Grüße!

  16. spreemieze sagt:

    Ihgitt, ich konnte wirklich nicht alles von dem Papa-Artikel lesen – da krieg ich das kalte Kotzen…

    wir Frauen sind schon fantastische Wesen, dass wir mit so Pflegefällen zusammen wohnen möchten…no, thanks!

  17. Andreas Ronig sagt:

    Erstens: Menschen sind unterschiedlich! Es gibt nicht die eine Wahrheit, die für alle gilt und auf jeden anzuwenden ist. Die meisten Menschen neigen allerdings dazu, ihre eigene subjektive Lebenserfahrung allen anderen überzustülpen.
    Zweitens: es gibt aber sehr wohl statistische Häufigkeiten und „Mainstream“, aber eben auch Abweichungen von diesen, die immer ein „Siehste, es geht doch auch anders!“ ermöglichen.
    Drittens: wenn man sich nicht (wie ich, wegen meines ADHS) mit Aufmerksamkeitssteuerung auseinandersetzt, die eben leider nicht willkürlich funktioniert und sowohl von der Prägung, Entwicklung – aber auch der Genetik – abhängig ist, dann kann man leicht anhand einiger abweichender Exemplare der Gattung „Mann“ auf die Idee kommen, dass diese „blinden Flecken“ in der männlichen Wahrnehmung tatsächlich Unwillen sind.
    Menschen können ihre Wahrnehmung aber eben nicht ständig bewusst und willentlich steuern! Damit ware das Gehirn völlig über fordert. Daher greift es auf Heuristiken, Abkürzungen, (Vorurteile) zurück, die sich daran orientieren, was das Belohnungszentrum erfahrungsgemäß am erfolgreichsten triggert. Und das ist in unserer Gesellschaft und der überwiegend genossenen Erziehung halt das klassische Rollenbild des Mannes: ausgerichtet auf Erfolg im Beruf und „typisch“ männliche Tugenden.

    Wie gesagt: das gilt nicht in gleichem Maße für jeden und es lassen sich immer abweichende Beispiele für das eigene Wunschbild finden. Aber der durchschnittlich sozialisierte Mann in unserer Gesellschaft ist zur überwiegenden Mehrheit tatsächlich „betriebsblind“ für Haushaltsfragen und kann da auch nichts für.

    1. Mama notes sagt:

      Vielen Dank für Deinen langen Kommentar. Ich einigen Punkten (1,2) gebe ich Dir recht. Punkt 3 verstehe ich Deine Aussage nicht. Magst Du es nochmal erklären?
      Ansonsten finde ich, Statistik ist kein Beweis, das etwas nicht änderbar ist. Denn doch, das versuche ich ja oben im Text zu sagen, ich glaube, da kann mann was für. :)

      1. Andreas Ronig sagt:

        Was ich damit meine, ist das Phänomen der selektiven Wahrnehmung (hier sehr schön erklärt: http://karrierebibel.de/selektive-wahrnehmung-beispiel-test/ ), die man nur sehr begrenzt ‚willentlich‘ in den Griff bekommt. Wenn die über Jahre anerzogenen oder durch Erfahrungen geprägten Filter sagen „Das ist irrelevant!“ dann dringen diese Wahrnehmungen (im diskutierten Falle die Haushalts-Notwendigkeiten) halt nicht bis in’s Bewusstsein vor. Alles was nicht in’s Schema „ist-wichtig/interessiert-mich/macht-mir-Spaß“ fällt, wird vom Gehirn schlicht oft ignoriert. Das ist keine absichtliche Entscheidung solche Dinge zu ignorieren, sondern ein „Überlastungsschutz“ des Gehirns.
        Diese Filter, sowie die Fähigkeit die Aufmerksamkeit willentlich zu steuern, sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark ausgeprägt. ADHSler wie ich sind aufgrund eines Mangels an Neurotransmittern besonders stark davon betroffen – deshalb fühlte ich mich von dem Artikel auch so getriggert, dass ich mich hier mal einbringen musste. ;-)

    2. „Menschen können ihre Wahrnehmung aber eben nicht ständig bewusst und willentlich steuern! Damit ware das Gehirn völlig über fordert.“

      Aber die Frauen sollen es können? Nicht nur für sich, sondern für die Partner gleich mit? Ist nicht sonderlich logisch, oder?

      1. Andreas Ronig sagt:

        Nein – Frauen können es natürlich auch nicht. Sie sind schlichtweg anders „eingenordet“. Beide Geschlechter haben halt entwicklungs- und sozialisierungsbedingt andere Schwerpunkte, auf die Sie unbewusst Wert legen. Ja – natürlich wirst du mir jetzt mindestens zwei bis drei Beispiele aus deinem Bekanntenkreis nennen können, bei denen es nicht so ist, aber das sind lediglich die normalen Abweichungen vom der Durchschnittsnorm.
        Die überwiegende Mehrheit der Männer hat aber eben von Kindesbeinen verinnerlicht: das brauchst du nicht beachten, das läuft…

        Ich will damit auch nicht sagen, dass es richtig oder gut ist – es ist einfach nur ein ganz normaler Ablauf im Filtermechanismus des Gehirns: alles, was für einen reibungslosen Ablauf problematisch wird muss man im Blick behalten – alles andere wird automatisch ausgeblendet um mit der begrenzten Aufnahmefähigkeit des Hirns ressourcenschonend umzugehen. Wenn du schon von Kindesbeinen an durch deine Eltern gelernt hast, dass der Haushalt und die Kinder laufen, wenn „die Frau des Hauses“ anwesend ist, dann konzentrierst du dich auf andere Sachen.
        Das ist definitiv nicht fair und bedarf der Änderung – aber das sind Dinge, die sich nicht von einem Tag auf den anderen ändern lassen, sondern ein bis zwei Generationen mit intensiver Bewusstseinsbildung und ebenso intensivem Gegensteuern der Frauen brauchen. Solange das „Typisch weibliche“ Nachgeben und „bevor-das-hier-wie-Sau-aussieht-räum-ich-halt-dochselber-auf“-Verhalten anhält, wird das allerdings nix.
        Dann muss der Abwasch halt mal stehen bleiben. Dann ist die Schublade mit der Unterwäsche des Gatten halt mal leer. Solange solche Aufgaben in der unbewussten Prioritätenliste nicht weiter nach oben rutschen, werden sie weiterhin ausgeblendet, bis man(n) sie auf einem Silbertablett serviert bekommt.

        1. Mama notes sagt:

          Ich stimme Dir weitestgehend zu, sehe aber nicht ein, warum erst die Kinder meiner Kinder in den Genuß eines aufmerksamen Mannes im Haushalt kommen sollen. Ich glaube fest daran: Auch Männer sind vernunftbegabt, können nachdenken und an sich arbeiten. Vielleicht hast Du es so nicht gemeint, aber Dein Text klingt für mich zu sehr nach „auf die faule Haut setzen, weil isch bin halt so erzogen. Könnema nix machen.“

          1. Andreas Ronig sagt:

            Habe ich tatsächlich nicht so gemeint. :-)
            Man kann ja was machen – aber es ist eben nicht nur mit „man muss doch nur wollen“ getan und dann fluppt das…
            Solche Prägungen zu überwinden kostet – wie der oben zitierte Artikel in anderem Zusammenhang aufzeigt – „möglichst kritischer Selbstreflexion […] verbunden mit genauem Zuhören und Nachfragen.“ (nichts anderes hat Andreas ja in seinem Blog beschrieben).
            Das hat ja auch nichts mit Unwillen zu tun, die notwendigen Dinge zu erledigen (die Bereitwilligkeit hatte Andreas ebenfalls deutlich gemacht), sondern lediglich mit dem Erkennen der Notwendigkeit.

  18. kiddothekid sagt:

    Ganz viele Herzen für Deinen Artikel! <3 <3 <3 <3 <3 und so weiter.
    So sachlich kann ich das nie in Worte fassen, ich hab da immer gleich so unkonstruktiv Schaum vorm Mund.

    Ist auch seit Jahren ein Thema bei uns daheim.
    Ich: "Ey Mann, jetzt mach doch zum Teufel nochmal endlich XY!"
    Er: "Wasn das für ein Ton, dann mach doch einfach nen Plan, wer was macht, und dann mach ich das."
    Ich: "ICH soll einen Plan machen?! Ich bin doch nicht Deine Sekretärin!"
    Er: "Das hat doch damit nix zu tun!"

    Etcetera…

  19. Du hast den Nagel einfach auf den Kopf getroffen! Wenn ich zuhause bin steht mein Mann nachts nie auf, wenn die Kinder rufen und wenn ich dann nicht da bin klappt es trotzdem. Männer eben ;-)!

    Liebe Grüße
    Lisa

  20. Christiane sagt:

    Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass viele Männer beruflich mit den kompliziertesten Dingen, sowohl in der Organisation als auch jobspezifisch, zu tun haben und dieses mit Bravour erledigen, große Teams führen, komplexe Aufgaben erledigen und gleichzeitig auch verwalten und den Ruhm, den es dafür gibt, gerne auch für sich beanspruchen. Frauen wird nach wie vor oft noch nicht zugetraut, die oben beschriebenen Dinge so zu erledigen, wie der Mann es tut bzw. ein „wie soll sie es neben den Kindern schaffen“ wird eingeschoben (ich merke schon gerade, das führt zu weit…)

    Aber es ist mir immer wieder ein Rätsel, wie oben beschriebener Mann, im Supermarkt steht und bei seiner Frau anruft „ich kann die Joghurts nicht finden“ (im Job würde man jemanden, der so etwas mehrfach macht, feuern), weiße Wäsche mit roter Wäsche auf 90 Grad zusammen wäscht, weil er nicht weiß, wie man wäscht (und das in der heutigen Zeit, wo man einfach ALLES im Internet nachlesen kann), ein mittelschweres Chaos von Krümeln und herumliegenden Klamotten nicht sehen kann usw. usw.

    Ist vielleicht sein Gehirn für diese „niederen und kleinen“ Arbeiten nicht geschaffen, Könnte das des Rätsels Lösung sein? ;-)

    Ich halte genau so wenig von den Frauen, die ihren Männern nicht zutrauen und immer und wieder gerne sagen, dass „er das nicht kann“.
    Ähem, er kann das nicht? Was kann er nicht? Er kann keine Haufen mit weißer Wäsche und bunter Wäsche machen und die Schildchen prüfen, in denen die Angaben für die Wäsche auch noch exakt beschrieben stehen?
    Ähem.

    Genauso wenig halte ich von der Aussage einiger Frauen, dass sie keinen Nagel in die Wand hauen können, kein Öl beim Auto auffüllen usw.

    Was alles für ein Riesenquatsch.

    Da wäre es doch einfach fairer zu sagen:
    ich hasse bügeln. Kannst Du das übernehmen?
    Ich mag dafür wohl die Wäsche machen.

    Oder so ähnlich.

    Alles auch ganz groß eine Form des gegenseitigen Respekts. Denn wenn man doch merkt, dass bestimmtes Nichtstun oder Tun die Beziehung belastet und einer mehr belastet ist, dann sollte man einfach mal überlegen, wie man das ändern könnte.

  21. makellosmag sagt:

    Vielen Dank für die wirklich schöne, durchdachte Replik. Ich bin immer wieder überrascht, wie selbstverständlich die dümmlichsten Geschlechterklischees als Wahrheit (Genetik und so)präsentiert werden. Du hast den Nagel natürlich mit deinem Vergleich (Büro-Hausarbeit) auf den Kopf getroffen. Es geht eben genau um die Sozialisation, was relevante (& gleichzeitig oft entlohnte) Arbeit ist & was nicht. Als reine Satire kann ich übrigens auch nur den 2. Artikel auf seinem Blog verstehen, wo er von einem Pärchen berichtet, dessen Beziehung sich nach dem offenen Brief nun viel einfacher lebt. Die sind wahrscheinlich mit der Zeitkapsel aus den 50ern eingereist.

  22. Anne sagt:

    Hallo,

    vielen Dank für den Beitrag. Dieses Thema regt immer wieder zu mehr oder weniger hitzigen Gesprächen und zum Umdenken an. Was mich aber leider sehr stört ist folgendes : Es wird von gegenseitiger Rücksichtnahme gesprochen, welch Wert eine Beziehung hat und man sich doch gegenseitig auch was zurück gibt, wenn man sich gleichermaßen in einer Beziehung einbringt. Wieso wird dann bei soviel „Gutem Ton“ das eigene Kind als „Plärrende Brut“ bezeichnet?

    1. Mama notes sagt:

      Zum einen Ironie. Zum anderen ein Ausdruck um die Genervtheit der/desjenige wiederzuspiegeln, die gerade den zappelnden Kindern die Jacken anzieht und das anstrengend findet. (Das Beispiel kam von Papa-Online. Gelesen?) Und ja, man darf zugeben, wenn man von Kindern genervt ist.

      1. Anne sagt:

        Klar darf man das zugeben, klar hat man als Vater/ Mutter nicht endlose Reserven, aber es gibt sicherlich auch genug andere Möglichkeiten dem eventuell vorhandenem Übermaß an Frust Luft zu machen als mit solchen Worten.

        Ich finds einfach schade, wenn man zu derartig harten Worten greift, während man von seinen Kindern spricht.

        Egal von wem dieses Beispiel kommt, Sie haben solch ein tolles Talent zu schreiben, daß ich denke es ist sicher ein leichtes für Sie passendere Worte zu finden.

        1. Mama notes sagt:

          Ich finde den Ausdruck nicht so unsagbar schlimm wie Du. Vielleicht verbinden wir jeweils etwas anderes damit? Und ja, manchmal ist Ironie missverständlich. Inhaltlich bewegt sich der Text auf einer ganz anderen Ebene – und der Ausdruck kann der geneigten Leserin auch anzeigen, wie laut und dramatisch die Kinder knatschten oder stritten – und wie wenig sich der Mann ohne klare Anweisung angesprochen fühlte.

  23. MamaOTR sagt:

    Danke für Deinen Post – Du bringst es auf den Punkt! Ich habe an der Uni Genderstudies betrieben und zum Thema „Frauen- und Männersprache“ geforscht. In der Folge habe ich persönlich versucht, sämtliche Stereotypen in meinem Sprachverhalten zu durchbrechen bzw. aktiv darauf zu achten. „Man“ sagt z.B., dass Frauen (wohlgemerkt, als Stereotyp!) eher dazu tendieren, indirekte Appelle zu formulieren. Ich habe das dann so gemacht, dass ich meinem heutigen Mann immer direkt gesagt habe, wenn ich etwas getan haben wollte. So gab es keine Missverständnisse. Also: „Schliesst Du bitte das Fenster“ und nicht „Es ist kalt hier“. Irgendwann wurde mir das aber zu blöd. Warum merkt er nicht selber, wenn etwas getan werden muss? Muss ich immer der Initialfunke für alles sein?
    Ausserdem: Wenn ich ihm heute sage: Tue bitte X, dann macht er es trotzdem nicht, wenn er dazu keine Lust hat, es überhört oder XYZ der Grund ist. Da ist also Ärger vorprogrammiert. Direkte Aufforderungen nützen also mittlerweile leider auch nix mehr. Das hat mehr mit der genannten persönlichen Hemmschwelle zu tun, unabhängig vom Geschlecht. Ich schaffe es nämlich auch, ihn bei einem brüllenden Baby zu lassen, während ich seelenruhig in einer Ecke twittere, weil mir grad alles zu viel wird. ich weiss, dass er viel im Haushalt macht und mir bei allem zur Seite steht. Er macht mir keinen Druck und hat noch nie reklamiert, weil ich seit Wochen das Klo nicht geputzt habe. Er würde es wohl aber nie putzen. Er putzt aber auch kommentarlos meine Haare aus dem Duschabfluss und fängt ohne Aufforderung an zu waschen. Und ich weigere mich konsequent, für ihn zu bügeln. Wir sind gleichberechtigt und regeln ZUSAMMEN den Haushalt. Passt.

  24. Katharina sagt:

    Nun, Frauen ist dieses „sehen, was zu tun ist“ auch nicht zugefallen, sondern es wurde ihnen von ihren Müttern beigebracht und sie haben es trainiert. Deshalb können sie es.
    Es gibt absolut keinen Grund, weshalb männliche Menschen es nicht auch lernen und trainieren können.

  25. stephanie salchow sagt:

    Ja, vor allem ist SIE weiterhin die Meckertante, Besserwisserin und hat die Verantwortung. Die Frage bei allem ist für mich immer nur: Kann ich wirklich genug loslassen? Wer ausser dem System sagt, dass alles so sein muss wie ich es denke und erwarte? Geht es nicht anders?

    Meine Antwort für mich ist: Nein. Denn nur so schaffe ich es, dass meine Kinder in der zukünftigen Welt mitspielen können.

    Oder? Ich weiss es oft selbst nicht genau und fühle mich wie eine Meckertante und Besserwisserin, wenn die Handschuhe im Winter in der Kita fehlen oder das Schulbrot wegen falscher Wurst nicht gegessen wurde.

  26. almut sagt:

    „Die Frau hat jedoch im allgemeinen ein anderes Aktivierungslevel.“

    Mit dem Satz hatten andere vor mir schon Probleme. In ihm steckt m.E. die ganze Altlast, so viel Fokus auf „Wir sind eben unterschiedlich“, so viel Geschlechtertrennung in Bezug auf Eigenschaften. Da haben eben die Steinzeit-Jäger-Beeren-Forscher, die Simon Baron-Cohens und Mario Barths so richtig gute Arbeit geleistet. Und so gucken wir täglich drauf, wie sie so sind, DIE Männer im allgemeinen und DIE Frauen. Und geben es an unsere Kinder weiter, denn DIE Jungs haben ja eher… und DIE Mädchen sind ja im allgemeinen… *uff* Können wir nicht die beiden Geschlechterschubladen öfter mal links liegen lassen, raus kommen aus der #rosahellblaufalle und auf individuelles Tun und Wollen schauen? Bin deshalb sehr einig mit der Forderung des Blogposts!

    Es nutzt nur so wenig, dem einzelnen Schuld zuzuschreiben, steckt doch unser gesellschaftliches System dahinter: Es „lohnt“ sich für Männer eben weniger, gut zu sein in Familienarbeit. Da gibts keine Karriereleiter und v.a. wenig Anerkennung. Nach wie vor.

  27. Saranya sagt:

    Ich habe die Geschlechter-Schubladen noch nie begreifen können. Warum? Weil sie in (meiner?) Wirklichkeit oft nicht funktioniert haben. Ich kenne – um nur ein Beispiel von Vielen zu nennen – Frauen, die klare direkte Ansagen/Bitten bevorzugen und Männer, die oft und gern indirekt sprechen.

    Was ich sehe sind Tendenzen und Weitergaben innerhalb von Familien, Freunden und anderen Kreisen. Doch auch die sind keineswegs in Stein gemeißelt.

    Meine Herangehensweise ist heute: Den anderen Menschen kennenlernen, ihn akzeptieren wie er ist (auch wenn mir das mal mehr und mal weniger schwerfällt) und immer wieder abgleichen (Wie ist es denn heute?) – weil sich Menschen eben verändern. Eine gemeinsame Sprache finden und weiter zu vertiefen. Auch und gerade der dauernde Abgleich unserer jeweiligen semantischen Höfe.

    Wenn es mir nicht gut geht sehe ich auf einmal Krümmel, die mich im entspannteren Phasen nicht die Bohne stören. Ich ärgere mich dann über Staub, zuviel Unordnung, etc. Mein Mann kennt das schon und sagt dann: „Um was geht es Dir denn wirklich? Was ist los und was brauchst Du?“ Meist eine Pause.

    BTW: Aus der Sicht der angeblich immer noch „klassischen“ Haushaltsaufteilung bin ich eher der „Mann“, weil ich es hasse Staub zu wischen, das Bad zu putzen und Staub zu saugen. Ihm macht das nichts aus, also erledigt er das – meistens. Ich mache dafür andere Dinge im Haushalt. An seiner Karriere zu basteln ist ihm übrigens recht wichtig. Unsere Ehe allerdings auch. Das muss kein Widerspruch sein.

    Aber wer weiß – vielleicht habe ich ja auch einfach ein Goldstück gefunden?

    Mein Ex-Mann war eher das Gegenteil. Der Haushalt blieb bei mir hängen und wurde bis auf Kochen und Spülen auch von mir erledigt oder blieb liegen. Wir fanden einfach keine gemeinsame Sprache. Er hatte sein Weltbild wohl doch in Stein gemeißelt.

  28. Steffi sagt:

    „Ein anderes Aktivierungslevel“, da könnte man auch sagen – wenn ich nur lange genug ausharre, muss ich es nicht machen, denn dann machst du es, denn ich weiß dass es dich eher/schneller/mehr stört als mich. Wie von meinen „Vorschreibern“ schon gesagt – so ein Verhalten gehört nicht in eine gleichwertige und respektvolle Partnerschaft. (Ich hatte den Papa-Online-Artikel damals ellenlang kommentier. Weiß aber nicht mehr, ob per E-Mail oder unter dem Artikel. Egal. Trifft jedenfalls voll einen Nerv.)

    1. Steffi sagt:

      Ja. Alles schon mal geschrieben, hab eben meinen Kommentar unter dem Artikel gefunden. Kann ich immer noch genau so unterschreiben. Aaarrrggggghhhh!

  29. Sunny sagt:

    Also ich habe Andreas‘ Blog so verstanden: „Wenn ich etwas (in meinen Augen) Wichtigeres/Schöneres zu tun habe, bin ich eben blind/taub etc… Denn schließlich stört es mich nicht, wenn die Kinder brüllen/der Garten aussieht wie ein Urwald/Bilder schief hängen/die Klamotten dreckig sind, damit hast nur du ein Problem…“

    Ganz ehrlich? Ich habe es auch satt, wie ein Diktator zu agieren und die ganze Wohnungsherrschaft allein zu wuppen… Den Spruch „Wenn es dich so stört, dann sag doch was… Ich kann ja schließlich keine Gedanken lesen…“ kenne ich auch zu Genüge. Wer will denn schon ständig Aufgaben verteilen und für alle Mitbewohner das eigenständige Denken übernehmen? Da kommt man sich doch irgendwann richtig mies vor und vor allem – so ging es mir zumindest – konnte ich mich irgendwann nicht mehr reden/bitten/meckern/befehlen hören. Wir sind doch nicht in der Armee, wo „Mann“ stur Befehle abarbeitet. Und das hat nichts mit KÖNNEN zu tun. Ich WEISS, dass mein Mann (auch mein Sohn) manche Dinge sieht, aber so hinnimmt und drüber wegsieht, weil es ihn schlichtweg (im Moment zumindest) nicht stört. ICH bin ja diejenige, die damit ein Problem hat.

    Z. B. wasche ich die Wäsche. Hab ich kein Problem mit. Ich hänge sie auch auf. Und nehme sie ab. Und lege sie zusammen. Aber warum zum &$!§??? muss ich sie auch vom Boden aufheben und zum Wäschekorb tragen? Habe sie liegen lassen. Auf der Bettseite meines Mannes, wo er sie hat fallen lassen. Störte mich nicht. Störte ihn allerdings auch nicht. Als der Berg hoch genug war, stieg er halt am Fußende aus dem Bett… MÄNNER SEHEN DAS EBEN ALLES NICHT??? Klar hat er das gesehen.

    Als ich jedoch das Bett neu bezog und mir nicht die Beine brechen wollte, hab ich alles, was da lag, einfach in den Flur geschoben. Und siehe da: DAS störte ihn. Der Berg war schneller weg als ich gucken konnte.

    Ebenso störte meinen Sohn ganz urplötzlich die leere Katzenfutterdose, die er (wie so oft) vor der Mikrowelle hatte stehen lassen, als er sie auf wundersame Weise mitten auf seinem Notebook vorfand… Ist wohl alles nur eine Frage der Perspektive. ;-)

    Sicher, ich hätte EINFACH etwas sagen können… Oder auch zum wiederholten Male. Hätte sich nur mittlerweile schon wie ein Vorwurf angehört. Weil es einer gewesen wäre, ganz bestimmt sogar. Aber ich habe meinen Frieden damit gefunden, weil ich herausbekommen habe, wie ich das „Aktivierungslevel“ meiner Männer finde und direkt reize. Ich brauche mich nicht ärgern, nicht zum x-ten Mal das Offensichtliche herunterbeten und mir keine blöden Kommentare anhören. Denn keiner von beiden hat sich getraut, etwas zu sagen, schließlich WUSSTEN beide ganz genau, wo der Krempel her kam und was ich damit sagen wollte. :-D

    ABER UM FAIR ZU BLEIBEN: Mein Mann kümmert sich gleichberechtigt um den Einkauf, kocht meist und wäscht auch einiges ab. Ebenso kümmert er sich OHNE, DASS ICH ETWAS SAGEN MUSS, um die Kinder. Im Großen und Ganzen bin ich auch völlig glücklich und zufrieden mit unserer Aufteilung, sonst wäre ich heute nicht hier und nicht verheiratet. Punkt.

  30. Regine sagt:

    Der Artikel spricht mir aus der Seele! Ok, ich mag jetzt nicht pauschalisieren, aber ich hab auch so ein Exemplar daheim. Wenn er aus dem Büro kommt, könnte man meinen, ich hab nen Stripper zuhause. Sammel ich die Wäsche nicht ein, motzt er.
    Er kocht in einer frisch geputzten Küche und hinterher könnte man meinen, wir hätten ein Hausschwein, denn die Kartoffelschalen liegen fütterungsbereit auf dem Boden, der Rest hat sich einmal quer über die wirklich großzügige Insel verteilt und ich mach lieber nur noch die Tür zu. Das bleibt übrigens auch liegen, bis es schimmelt (ich frag mich also, wo da sein Aktivierungslevel ist…). Sucht er einen Pulli im Schrank, dann sieht der hinterher aus, als wären die Wildschweine da durch gebaggert. Bitte ich ihn, Wäsche einzuräumen, schmeißt er sie auf den Boden…
    Usw. Da ist er auch immun gegen den Trigger „Anweisung“ oder „Bitte“.

    Irgendwie scheinen einige Männer echt noch zu glauben, wir Frauen müssten mit der Schubkarre hinter ihnen her rennen, damit sie das Zeug wie die Pferde die Äppel fallen lassen können.

    Allerdings höre ich oft genug „Männer sind halt so“! Und: „Was machst du denn zur Gleichberechtigung?“ Hmmm, tapezieren, verputzen, Böden verlegen, Garten umgraben, bepflanzen, Maschinen reparieren, einschließlich das Auto + meine Aufgaben „als Frau“!
    Deshalb bin ich dir für den Artikel echt dankbar!!!

  31. Zita sagt:

    Nur ein kleines Beispiel: Wir saßen endlich im Auto und da musste ich mir zum x-ten mal wieder anhören: „Wir sind schon wieder zu spät dran. Ihr braucht immer so lange. Warum hast du nicht früher angefangen die Kinder zu richten? Wir bekommen keinen Platz!….“ Und da sagte ich: “ Warum hast du unseren Sohn nicht gewickelt, statt rumzumeckern und dumm zu schauen?“ „Du hast nichts gesagt!“ „Warum muss ich denn was sagen? Ist es denn was Neues, dass unser Windelpupser eine neue Windel braucht, bevor wir losfahren? Und dass ich nicht gleichzeitig die Tochter frisieren und den Sohn wickeln und anziehen kann, dass ist dir ja wohl klar!“ Es folgte Stille.
    Ich weiß nicht warum, aber Männer BRAUCHEN wohl Ansagen. Selbst wenn er sieht, dass man zu spät dran ist, steht er nur dumm rum und hilft nicht, obwohl er das kann. Als ob er Angst hätte, dass er eine auf die Finger kriegt, wenn er eine Windel anfasst. Und ich habe keine Lust irgendwas zu sagen, weil es mir reicht, dass ich schon die Kinder durch die Gegend scheuchen muss. Aber ich werde wohl auch den Mann scheuchen müssen, da er es in 6 Jahren immer noch nicht kapiert hat. Und dumm ist er nicht, daran liegt es nicht.
    Es ist halt schwer, jemanden umzuerziehen, der es von der Mutti so kennt, dass sie alles für ihn erledigt. Und seien wir ehrlich, wir machen doch so gerne alles für unsere Kinder. Und weil immer die Mama alles gemacht hat, übernimmt in neuem Haushalt die neue weibliche Person – Ehefrau.
    Es ist ein Teufelskreis! :-) Von wem war dieser Spruch?

    1. Mama notes sagt:

      Und genau den Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. Das ist unsere Aufgabe als Eltern, wenn wir sie schon nicht wichtig genug für uns selber und unsere Partnerschaft finden. „Datt war schon immer so, da könnema nix machen“ ist mir zu wenig.

  32. almut sagt:

    Hallo Mama notes,

    ich lese hier gespannt mit, dreht es sich doch sehr um mein Anliegen der Rosa-Hellblau-Falle.

    Bei allem Verständnis für den Ärger in der jeweiligen Paarsituation, bin ich schon sprachlos über so viel Verallgemeinerung beim später darüber Schreiben. („Männer BRAUCHEN wohl Ansagen“, uvm)

    Wie könnte es gelingen, dass wir uns alle bewusster werden, wieviel „So sind sie eben“-Klischee-Denken wir mit uns herumtragen und weitergeben? Wer darüber schreibt, wie DIE Frau so funktioniert und genordet ist und wie faul/unaufmerksam/anders verdrahtet DER Mann an sich ist, gibt doch genau das an die eigenen Kinder weiter! Die kriegen das doch direkt mit. Wir reproduzieren genau das, was uns stört. Verrückt, oder?

    Und später können wir dann auch über Söhne + Töchter sagen: „So sind sie eben.“

    Wunsch deshalb:
    Das eigene Formulieren überdenken. Vorsichtiger sein bei Verallgemeinerungen. Stattdessen den Blick aufs Individuelle richten, raus aus der Rosa-Hellblau-Falle (http://rosa-hellblau.tumblr.com/)

    (Ach, ich dreh mich im Kreis, wiederhole mich. „Teufelskreis“, schreibst Du ja selbst auch…)

    vg
    almut

    1. Mama notes sagt:

      Meinst Du jetzt mich? Ich habe geschrieben „so sind sie eben“? Ich verallgemeinere über „die Männer“ und „die Frauen“? Genau das steht im Text oben eigentlich nicht drin. Oder habe ich hier etwas falsch verstanden. Im übrigen kenne und schätze ich die Rose-Hellblau-Falle sehr.
      Verwirrte Grüße

      1. almut sagt:

        Oh Nein, Sorry, bin schon ganz zweifarbig-durcheinander…

        Dein Artikel selbst sagt ja genau das, was ich auch meine! (hatte ich das weiter oben auch schon missverständlich geschrieben?)

        Ich finde spannend, was er auslöst, dass jetzt in den Kommentaren Paar-Momente beschrieben werden, und dass das Schreiben darüber so klischeehaft-verallgemeinernd rosa-hellblau anstatt individuell abläuft. Ohne zu reflektieren, dass wir dadurch an unsere Kinder weitergeben, was wir an DEN Männern-an-sich kritisieren.

        -> Schließlich wollen Söhne „richtige“ Männer werden, hören also gut zu, und beobachten genau, was die Eltern als „typisch“ empfinden (also passend zur Definition Mann, was ja nichts damit zu tun hat, ob es gefällt oder nicht).

  33. Vadder sagt:

    Ich sehe das ganze Problem auch nicht geschlechterspezifisch. Warum ich trotz den gleichen Problemen wie Andreas zu einem anderem Schluss komme, könnt ihr in meinem Beitrag zur Blogparade lesen.
    http://vadders-blog.de/blogparade-aufaugenhoehe-mein-beitrag

  34. Sunny sagt:

    Hmm… Ich gehe davon aus, dass einige Männer (vor allem die gebundenen Exemplare) lieber nicht von selbst zupacken, da sie Angst davor haben, dass ihre Frau dann erwartet, er könne dies öfter machen oder diese Aufgabe gleich komplett übernehmen. Und das, ohne dafür jedes Mal gelobt zu werden…

    Liebe Männer (jedenfalls die, die sich jetzt angesprochen fühlen sollten): Sicherlich fällt es uns schwer, jedes Mal vor Begeisterung in Ohnmacht zu fallen, weil ihr den Abwasch gemacht und das Kind gewickelt habt, ohne dass wir drum gebettelt haben. ABER: Seid euch sicher, wir haben das bemerkt und sind euch dafür dankbar. Vor allem, wenn wir im Stress und am Limit unserer Multitaskingfähigkeit angelangt sind. Schließlich sind auch Frauen nur Menschen mit zwei Händen.

    Und wir lieben euch mit Sicherheit gleich wieder ein Bissel mehr, wenn ihr von selbst drauf kommt und wir nicht jeden Fussel langatmig breittreten müssen. Denn es nervt uns meist gleich noch mehr, euch erklären zu müssen, dass ihr uns vielleicht helfen könntet, wenn wir ohnehin schon am rotieren sind.

    Außerdem gibt es sowohl uns als auch euch auf jeden Fall ein gutes Gefühl, wenn man sich so etwas anhört und dazu nur sagen kann: Also MEIN Mann ist nicht so…

    Auch wenn wir das oben erwähnte Wäscheproblem haben und es sich mit anderen Kleinigkeiten ähnlich verhält, bin ich stolz auf meinen Mann, weil er eines der aufmerksameren Exemplare ist. Ich bin stolz, oft genug konstatieren zu können, dass er nicht so ist. Und dafür liebe ich ihn jeden Tag!

  35. bitir sagt:

    Dazu kann ich, als Single, nur folgende Geschichte beitragen: Paar in der Bekanntschaft, Eltern von Klassenkameraden, ewig verheiratet, er verlässt sie nach 35 Jahren, weil sie zu viel meckert und kommandiert – ich denke nicht, dass es gut für eine Partnerschaft ist, wenn die Frau die ganze Zeit Anweisungen gibt. Für mich als Frau ist das nervig und als Mann fände ich es auch irgendwann nur noch ätzend. Kann also nicht die Lösung sein! Jeder ist zuständig und sollte den Respekt für den Partner zollen, dass man sich das teilt.

  36. Du sprichst mir absolut aus der Seele. Hab erst kürzlich für umstandslos über unsere Grabenkämpfe im Haushalt geschrieben (http://umstandslos.com/2015/01/21/2004/) Ich dachte ja lange, wir hätten das im Griff. Aber mit der Geburt unseres Sohnes hat sich einiges verändert…

    Auf der Uni musste ich mal ein paar Texte lernen über das individualisierte Milieu (das sind die, die glauben sie sind schon längst gleichberechtigt und jeden Furz im Haushalt ausverhandeln), über das traditionelle Milieu (da macht er alles rund ums Haus/ sie drinnen, beide aber mit 100%igem Einsatz) und auch über Doppelkarrierepaare, bei denen wird dann halt das meiste ausgelagert. Egal wo man hinschaut, das Haushaltszepter haben dennoch immer die Frauen. Manchmal ist es auch ein bisschen schwer diese Macht ab zugeben, gleichzeitig merke ich aber auch, dass es zumindest für mich unmöglich ist, gar nichts mehr zu delegieren und einzufordern, weil irgendwann ist die Grenze erreicht, wo man den Saustall oder was auch immer nicht mehr ignorieren kann und diese ewige Bemutterung satt hat.

  37. Frau Dienstag sagt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Du sprichst mir aus der Seele. Versuche genau diese Argumente meinem Mann verständlich zu machen. Leider hoffnungslos. Muss ich auch derzeit feststellen, da ich mich seit ca 3 Monaten aus der „Befehlsgewalt“ heraushalte, hätte Rtl2 eine helle Freude an unserem Haushalt! Meiner Meinung nach ist alles eine Frage des Respekts meinem gegenüber . In einer echten Partnerschaft teilt man die Aufgaben auf und überlässt nicht alles dem einen Part . Wenn ich erst Aufgaben verteilen muss, fühle ich mich verarscht.

  38. Jochen Alex sagt:

    Ich weiss nicht, irgendwie ticke ich wohl falsch. Ich bin zu 100% ein Mann, aber ich kann auch diese „subtilen Andeutungen“ der Frauen sehr gut verstehen. Wenn sie z.B zu mir sagt „Neulich hat bei uns ein neues China-Restaurant eröffnet“ dann weiss ich, dass sie gerne dort mal hin möchte. Oder sie sagt: Druckerpapier ist alle, dann wird es Zeit neues zu holen.
    Auch wenn ich am Computer arbeite, bekomme ich trotzdem noch mit was um mich herum geschieht.
    Bin ich da vielleicht eine Ausnahme? Aber mich würde echt mal interessieren, warum ich als Mann diese Dinge kann, die andere Männer anscheinend nicht können. Gibt es da eine Erklärung dafür?

  39. Danke für diesen Text! Mit der Aufforderung, Frauen müssten präziser anweisen und besser delegieren, machen sich die Männer erstens selbst zum Deppen und zweitens schieben sie damit die Verantwortung einfach auf die Frauen ab. „Sie hat nicht gesagt dass ich den Müll runter bringen soll, also mach ich es nicht“. Wie kindisch! Später wird sich dann beschwert, warum die Frau nur noch rumkommandiert und ob man nicht mal gleichberechtigt und auf Augenhöhe kommunizieren könne.

    1. Nini sagt:

      Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.

      Und dieses ‚Frauen können/sehen das besser‘, was in dem Zusammenhang oft kommt, ist als Argument komplett unzulässig. Denn die wenigsten Frauen sind damit geboren. Die müssen das lernen. Als Menschen. So wie die Männer. Als Menschen. Punkt.

      Meine erste Wohnung sah chaotisch aus, meine zweite auch, da hatte ich noch keine Kinder und solange der Staub nicht knöchelhoch war und der Mülleimer sich nicht von selbst bewegte, war alles ok.
      Wäscheberge? Seh ich nicht, hey das letzte Shirt was da noch sauber im Schrank liegt wollte ich eh mal wieder anziehen.
      Spülen? Och najaa gleich spätervielleichtblubb die Pizzeria an der Ecke ist auch ganz gut und die schneiden die Pizza schon in fertige Stücke haha, ich mach die Küchentür dann halt zu.
      Übertrieben, okay, aber so in etwa.
      Egal ob Männer oder Frauen, die erste eigene Wohnung ist oft Chaos und nicht alle bekommen deshalb Schweißausbrüche.

      Dann Kinder. Eigene. In der eigenen Wohnung. Ouuha.
      Wie möchte ich das die aufwachsen? Was lebe ich vor? Sowas wie Ordnung und Struktur und Sauberkeit? Klingt gut. Und wie bitte kriege ich das Choas in geordnete Bahnen? Wie gehe ich mit eher unliebsamen Pflichten um? Das muss auch frau erstmal bitter lernen. Wirklich wahr.
      Und da Frauen nicht ultimativ klüger sind als Männer, sind Männer natürlich auch in der Lage das zu lernen. Ohne Delegation, ganz alleine.

      Delegieren muss ich schon bei den Kinder, da ist das ok. Aber einen Mann wie ein Kind anleiten, da kommt dann in der Partnerschaft etwas ins Hinken, das fühlt sich nach Kind und Erziehung an, und mit einem 35-jährigen Kind möchte ich ehrlich gesagt abends nicht im Bett kuscheln. Sondern mit einem Mann. Und der möchte bestimmt lieber mit mir kuscheln, als mit einer Kommando-Delegier-Frau. Das darf man nie vergessen.

  40. Conny sagt:

    Lustig ist, wenn man so ein Exemplar daheim hat, was Arbeiten nicht selbst erkennt, sie gesagt bekommen will und sich dann beschwert, dass man nen Feldwebel wäre der nur Arbeiten verteilt. HAHA

  41. amselle sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele mit Deinem Artikel! Und wie gern man auch ohne Geschlechterklischees auskommen würde: wenn ein Mann sich eben diese zunutze macht und darauf ausruht, als einfachste Lösung – dann darf man das ruhig mal so ansprechen. Schön!
    Was mich allerdings angesichts der Kommentare wiederholt verwundert hat: wenn ich einen Freund/In habe, der/die sich eben nicht aktiv um eine gerechte Verteilung anfallender Aufgaben in einer Partnerschaft mit gemeinsamen Haushalt kümmert – wieso heirate ich den-/diejenigen dann und bekommen auch noch Kinder mit dem-/derjenigen?
    Ein/e Partner/in, die mir so wenig Respekt entgegenbringt und besonders: jemand, den ich wie ein Kind behandeln/erziehen soll, wäre doch sexuell nicht im mindesten attraktiv – wie geht das? Schimmer noch: wenn man jemanden so kennenlernt, kann man ja auch nicht gut verlangen, dass er das Verhalten dann zu einem von einem selbst gewünschten Zeitpunkt ändert oder einstellt – zumal der/die andere ja selbst keine Handlungsdrang spürt.

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