Erziehung & Beziehung

Mama notes on Jesper Juul: Beziehung ist Geben und Nehmen

Comments (3)
  1. Liebe Sonja,
    das ist wirklich der beste Text, den ich seit langem gelesen habe (und ich lese viiieele Blogs), er spricht mir sowas von aus der Seele und ich hatte einen ähnlichen Text auch schon im Kopf, aber es kam nicht raus. Danke für Deine Gedanken, die ich alle genauso empfinde. Auch ich habe mich, vor allem in meinen Schwächen, die vorher viel weniger relevant waren, durch die Kinder völlig neu kennengelernt und beackere meine Baustellen jeden Tag aufs Neue. Das ist anstrengend und gleichzeitig so toll! Ich habe Dinge über mich erfahren, die ich nie für möglich gehalten hätte, erkannte mich in der ersten Zeit nach dem ersten Kind gar nicht mehr wieder und muss auch jetzt mit beiden Kindern jeden Tag mein Potential, meine Bedürfnisse, meine Grenzen neu justieren.
    Was mich interessieren würde: ich habe die Erfahrung, dass das, was Du beschreibst, bei Vätern nicht so ausgeprägt bis gar nicht vorhanden ist. Einen Lernprozess, der durchs Kinderhaben ausgelöst wurde und ständig reflektiert wird, sehe ich bei vielen Vätern irgendwie nicht. Was meinst Du dazu, ist das eine mamaspezifische Sache?
    Liebe Grüße und danke für diesen wunderbaren Text!

  2. Julia sagt:

    Ich verstehe das Zitat ganz genau so. Kinder geben uns die Chance wieder zu entdecken, wie lernen und wachsen geht. Ich habe in den letzten drei Jahren mehr über mich, Beziehungen und Kommunikation gelernt als vorher im ganzen Leben zusammen, glaube ich.
    Das war anstrengend, hat mich an und über Grenzen gebracht, aber genau so lernen auch Kinder. Sie gehen über ihre Grenzen, fallen, stehen auf – und lernen dann laufen, klettern usw.
    Für mich ist das die Essenz der Elternschaft und das größte Geschenk!

    Liebe Grüße
    Julia

  3. Mama notes sagt:

    Liebe Julia, liebe Frühlingskindermama, ich freue mich wirklich sehr über Eure beiden Kommentare. Bei mir war es übrigens auch so. Ich hatte berufsbedingt immer schon mit Kommunikation zu tun, aber das wirkliche Arbeiten an Kommunikation und ihren vielen Ausprägungen, auch gewaltfreie Kommunikation, lerne ich erst, seitdem ich Kinder habe.
    Und ob es Vätern auch so geht? Gute Frage. Ich glaube, dadurch, dass in den schwierigen ersten Jahren gerade die Mütter bei den Kindern sind und die meisten Väter immer noch Vollzeit arbeiten, tragen die Mütter auch die größte Arbeit. Aber wenn man das als Geben und Nehmen, als Wachsen und Lernen versteht, erhalten die Mütter auch die größere Herausforderung und das größere Geschenk.

    (Was aber die Gesellschaft bitte nicht davon abhalten soll. gleiche Chancen, gleiche Wiedereinstiege und gleiche Gehälter für Frauen zu realisieren. Männer dürfen gerne auch mit und ihren Kindern wachsen. Just sayin‘. ;))

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