Erziehung & Beziehung

Lästern, Verbundenheit und Guilty Pleasures in der Elternschaft

Lästern, Verbundenheit und Guilty Pleasures in der Elternschaft
Comments (12)
  1. Anna sagt:

    Super! Habe ich noch nie drüber nachgedacht. werde ab heute noch bewusster mit dem Thema umgehen. Danke!

    1. Mama Notes sagt:

      Dankeschön für diese tolle Rückmeldung. <3

  2. V sagt:

    Lästern heisst für mich, sich über andere zu erheben. Das zeugt von einem niedrigem Selbstbewusstsein. Denn wenn ich mit mir selbst im Reinen bin, selbstbewusst, stark und zufrieden, muss ich nicht mit dem Finger auf andere vermeintlich Minderwertigere zeigen. Wenn ich meinem Kind Lästereien vorlebe, es sogar dazu animieren, vermittle ich ihm das Gegenteil von Selbstbewusstsein. Das Kind wird irgendwann an sich selbst herunterschauen und sich überlegen, was an ihm selbst „lästernswert“ wäre, weil es sich solchen Lästereien anderer entziehen will. Die Sportschuhe haben eine komische Farbe, die Hose sitzt komisch. Da kommt ein Pölsterchen überm Hosenbund raus. Oder ist die Handtasche vielleicht schon out. Oder das Fahrrad schäbig? Ganz ganz schlimm. Was der Vater da macht, ist ein kleines Samenkorn des mangelnden Selbstbewusstseins in seiner Tochter zu säen.
    Was so etwas mit einem anstellen kann, kann ich bei meinem Mann und mir beobachten. Meine Eltern haben zuhause gerne über das Aussehen anderer Menschen gelästert. Meine Schwiegereltern haben über den Besitz und Status anderer Menschen gelästert. Ich bin nun sehr selbstkritisch mit meinem Körper, mein Mann legt übermäßigen Wert auf Statussymbole und zieht daraus (auch) sein Selbstbewusstsein. Wir beide arbeiten hart daran, uns davon zu befreien.

    1. Mama Notes sagt:

      Danke für diesen Kommentar. Ich habe persönlich ähnliche Erfahrungen gemacht und kann es nur bestätigen.

  3. Julie sagt:

    Danke für deinen tollen Beitrag. Ich ertappe mich leider immer wieder, wie ich „Tatsachen“ mit meinen Freunden diskutiere. Kinder beziehe ich dabei glücklicherweise nicht ein. Aber in Zukunft wird definitiv mehr darauf geachtet, dass das nicht passiert!

    Liebe Grüße

  4. Heike Ingenhoven sagt:

    Bravissima <3

  5. Frau Tschakka sagt:

    Danke, Du hast das mal wieder auf den Punkt gebracht!

    Ich bin immer noch einigermaßen fassungslos, dass ein Elter die Beziehung zu seinem Kind definiert über ein gemeinsames „Feindbild“, hinter dem die äußere Erscheinung eines*r Dritten steht. Bedauernswert.

  6. Eva sagt:

    Gutes Contra, Sonja! Gut hinterfragt, zusammengefasst und argumentiert.

    Ich finde es unglaublich, dass dieser Artikel es überhaupt in den Druck geschafft hat. Werde mir bestimmt auf absehbare Zeit keine NIDO Zeitschrift mehr kaufen. Diese Art Journalismus hat meine Unterstützung nicht nötig; ich trage mein Geld lieber woanders hin.

  7. mamaonline sagt:

    Sehr gute Punkte! Das musste gesagt werden. Vielen Dank.
    Ich würde noch ergänzen: Lästern ist auch ohne Kinder scheiße. Es sät den Zweifel auch in uns Erwachsenen und es erzeugt eine höchst zweifelhafte Verbundenheit, nämliche eine, die an äußere, ebenso zweifelhafte Kriterien gebunden ist. Das hast du ja oben sehr gut beschrieben. Lästern desensibilisiert uns für eine Offenheit, die wahre Verbundenheit erst ermöglicht: Der Offenheit für die Andersartigkeit meines Gegenübers. DIE sollten wir trainieren, denn sie ist uns oftmals wesensfremd.
    Dabei handelt sich jeweils um sehr tiefsitzende innere Haltungen. Wenn wir das Lästern regelmäßig mit anderen Erwachsenen praktizieren, können wir im Umgang mit unseren Kindern nicht mal eben umschalten. Das funktioniert nicht! Unsere Kinder haben da sehr feine Antennen, denke ich.
    Wie siehst du das?

    1. Mama Notes sagt:

      Das sehe ich ganz genauso. Danke für Deinen Kommentar.

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