Mama notes on Jesper Juul

Ferien-Lagerkoller oder das innere Kind – Mama notes on Jesper Juul

Comments (6)
  1. Micha sagt:

    Bisher war ich ja nicht so ein Juul-Fan, aber dein Beitrag heute hat mich überzeugt! Aus welchen Büchern sind denn die längeren Zitate? Oder sind die auch aus dem Kalender?
    LG, Micha

    1. Mama notes sagt:

      Lieben Dank!
      Die längeren Zitate sind aus einem Artikel, den ich auch verlinkt habe. Die Originalquelle kenne ich nicht. Buchempfehlungen: Dein kompetentes Kind. Nein aus Liebe. Sowie unzählige Interview. Google mal. :)

  2. Ach so ist das Zitat gemeint? Dass unsere Kinder unser Leben bereichern, indem sie uns zeigen, wie verkorkst wir selbst eigentlich sind, damit wir was daran ändern können?
    Ich habe keine Ahnung, ob ich mich verkorkst finden soll oder nicht, und wenn ja, wie sehr. Ein bisschen verrückt sind wir wohl alle! (Sonst wär es ja langweilig.)
    Ich finde aber, dass es einen Unterschied gibt zwischen „schwieriges Kind“ und „verhaltensauffälliges Kind“. Und zwischen „schwierigen Eltern“ und „Eltern, die sich schwer tun“. Ich finde mein Kind manchmal schwierig. (Es mich vermutlich auch.) Ist es deshalb schwierig? Bin ich schwierig, weil Ich mich schwer tue, mein Kind davon abzuhalten, seine eigenen Bedürfnisse über meine zu stellen? Denn das tun kleine Kinder von Natur aus, oder?
    Tatsache ist doch, dass es im Alltag oft nicht möglich ist, diese schönen Theorien in die Praxis umzusetzen. Um ein bisschen erziehen kommt man doch nicht rum. Und dann denke ich an Dinge wie Verkehrserziehung (welcher Dreijährige guckt immer brav nach lins und rechts, bevor er über die Straße rennt? Darf ich dann kein ernstes Wörtchen mit ihm reden?), Zähne putzen, nicht ohne zu fragen in den Nachbargarten laufen, wenn dort die Pforte offensteht… Manche DInge kann man Kindern nicht durch bloßes Vormachen beibringen, meine ich. Allein schon, weil Situationen, in denen man bestimmte Normen und Werte vorleben kann, vielleicht nicht oft genug eintreten, dass das gewünschte Verhalten beim Kind hängenbleibt.
    Mit dem Begriff „Bindung“ kann ich persönlich übrigens nicht so viel anfangen, finde ich ziemlich schwammig.
    Aber Jespers schöne Theorie hat mir Stoff zum Nachdenken gegeben. Ich werde also trotzdem (mal wieder) versuchen, herauszufinden, wie ich mit meinen offenbar altlastenbedingten Problemen (u.a. Ungeduld) besser umgehen kann. Und ich werde versuchen, öfter mal auszuhalten (Lärm, Genöle und Off-days des Nachwuchses zum Beispiel).
    LG, Kristine

    1. Mama notes sagt:

      Vielleicht hast du einfach keine Altlasten oder einfach nicht so große Schwierigkeiten mit ihnen, so wie ich? Ob ich verkorkst bin oder nicht möchte ich eigentlich unbeantwortet lassen, das war gar nicht die Frage in meinem Text. ;)
      Aber ich verstehe schon, dass dir das sehr theoretisch erscheint und du es schwierig findest, dass alles in etwas konkretes umzusetzen. Das geht mir letztendlich mit solchen Texten auch immer so.

      Achso, un wie das Zitat gemeint ist, weiß ich auch nicht. Wie würdest Du es denn verstehen?

      1. Tja, wer kann sagen, ob es sich um Altlasten oder einfach den Charakter handelt? Kann es nicht einfach sein, dass manche Leute (du und auch ich zum Beispiel) kein grundloses Genöle vertragen, weil sie von Natur aus harmoniebedürftig sind? Das muss doch nicht an Altlasten aus der eigenen Kindheit liegen? Ich glaube außerdem nicht, dass man, selbst wenn man Juuls Tipps zu 100% befolgen kann (was also meiner Meinung nach in der Realität nicht wirklich möglich ist), ein ideales Kind bekommt. Manches Verhalten ist einfach Charaktersache, oder? Dann heißt es für die Eltern wohl lernen damit umzugehen und warten, bis das Kind älter wird und auf andere Art seine Gefühle ausdrücken kann.
        Im Übrigen wollte ich nicht sagen, dass ich dich verkorkst finde, war auch nicht so negativ gemeint wie es für dich vielleicht klingt! Ich habe jedenfalls auch solche Probleme mit dem kleinen Kaaskop wie du. Es macht mich wirklich wahhhhhnsinnig, wenn er rummault und vor Unzufriedenheit auf der Stelle trippelt aber nicht sagt, was das Problem ist oder was er denn will! Und es bringt mich blitzschnell auf 180, wenn er mich ignoriert. Das endet schnell in beidseitigem Geschrei. Seufz.
        Naja. Das Zitat hatte ich übrigens schon auf deinem Instagram-Account gesehen und nicht verstanden. Vielleicht gibt es da nichts zu verstehen.

  3. Julia sagt:

    Mensch, liebe Sonja, ich bin so begeistert von dieser Reihe! Und mit jedem Artikel wirst Du mir noch sympathischer (geht ja fast gar nicht mehr).
    Ich selbst habe ständig das Gefühl, dass ich an der Beziehung zu meiner Tochter mehr wachse als ich es in vielen Jahren davor tat. Mein Mann und ich haben stark daran gearbeitet, unsere Familie bindungs- und bedürfnisorientiert, gleichwürdig und eben in Beziehung zu einander zu gestalten, statt zu Erziehen.

    Natürlich „erzieht“ jeder jeden in einer Beziehung irgendwie mit. Aber ich definiere Erziehung als bewusste Handlung/Manipulation, um beim Gegenüber ein bestimmtes Verhalten zu erreichen, die zusätzlich mit einem Machtmissbrauch einhergeht. Zum Glück passiert uns das immer seltener unserem Kind gegenüber. Aber es ist ein Prozess und der hat eben so viel mit Selbstreflexion, sich der Werte und Prioritäten bewusst werden und mit viel Empathie und Liebe zu tun.

    Gerade Dein Beispiel war (und ist manchmal, aber seltener, noch) ein riesiges Thema für mich. Denn ich kann Quengelei, Ärger, Wut etc. immer nur in einem gewissen Maß ertragen. Zum einen fühle ich mich als Mutter inkompetent, wenn ich das nicht „abschalten“ kann, zum anderen wurde ich (wie die meisten) so erzogen, dass „man“ nicht nervt, quengelt, wütet…
    Ich habe selbst also nie gelernt, mit diesen Gefühlen konstruktiv umzugehen und muss das jetzt mühselig nachholen.
    Wenn meine Tochter jetzt so eine, auch vollkommen unlogische, Quengelei anfängt, tappe ich nur noch kurz in die „Herausfinden-abschalten-Falle“, die sonst immer mit der „Ich-bin-verärgert-und-verlange-Schluss-jetzt-Kacke endete, und verlagere mich schnell darauf zu benennen: „Du bist müde/hast Hunger/es war heute viel, nicht? Du ärgerst Dich anscheinen sehr/bist traurig. Kann ich Dir irgendetwas Gutes tun?“
    Wenn möglich, setze ich mich kurz ruhig daneben und begleite nur. „Ich bin da. Wenn Du magst, kannst du gerne kuscheln kommen. Du darfst auch wütend sein.“ etc. Eben je nach Situation. Und seither merke ich, wie der Druck in mir sinkt, ich einfach sehen kann, wie anstrengend und traurig es gerade für mein Kind ist. Nur, weil ich mich nicht für das Erfassen und Lösen zuständig fühle. Ich biete Trost. Punkt.
    Tatsächlich klappt das immer besser. Die alten Muster brechen allerdings noch durch, wenn ich selbst unter Stress stehe oder Zeitdruck habe, total übermüdet bin. Aber das ist mir dann auch bewusst und es ist auch ok. Dann darf ich nämlich auch mich begleiten und trösten und verdammt noch mal auch quängeln! ;-)

    Liebe Grüße
    Julia

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